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20 Jahre nach '89 - 52 Geschichten

Die DDR im Wendejahr 1989. Zeitzeugen geben Auskunft über eine bewegte Zeit.

Außerdem:
• Beilage Auferstanden aus Ruinen vom 7.10.2009

Artikel:

Ereignisse im März 1989:

  • 01.03.1989: Havels Freilassung gefordert

    Das PEN-Zentrum der DDR fordert Havels Freilassung.

  • 02.03.1989: Genehmigt!

    Die Bezirksverwaltung des Ministerium für Staatssicherheit beschließt, allen Leipziger Ausreisewilligen, die sich oppositionell betätigen, die Ausreise zu genehmigen.

  • 02.03.1989: Schutz für Ozonschicht

    Die zwölf Staaten der Europäischen Gemeinschaft einigen sich auf die Einstellung der Produktion von Ozon zerstörenden Chemikalien.

  • 03.03.1989: Wahlrecht in DDR geändert

    Die DDR-Volkskammer gewährt den ständig in der DDR lebenden Ausländern das aktive und passive kommunale Wahlrecht.

  • 04.03.1989: Polen reduziert

    Polen beginnt mit der angekündigten, bis 1990 zu erfüllenden Reduzierung der Streitkräfte auf 40 000 Mann.

  • 04.03.1989: Abgeschoben

    Westberlin schiebt 161 polnische Bürger ab.

  • 05.03.1989: Kirche streicht

    Thüringens Landesbischof Werner Leich schlägt vor, auf die Formel »Kirche im Sozialismus« zu verzichten.

  • 06.03.1989: Neue Partner

    Bonn und Potsdam unterzeichnen einen Vertrag über Städtepartnerschaft.

  • 06.03.1989: Verhandlungen

    Vertreter der NATO und des Warschauer Vertrages beginnen in Wien mit Verhandlungen über die Reduzierung der konventionellen Streitkräfte.

  • 07.03.1989: Kriegsrecht in Tibet

    Auf Grund von anti-chinesischen Demonstrationen in Tibet verhängt Peking das Kriegsrecht über die autonome Region.

  • 07.03.1989: Tod bei Flucht

    Bei seinem Fluchtversuch mit einem selbst gebastelten Ballon nach Westberlin kommt der DDR-Bürger Winfried Freudenberg ums Leben.

  • 08.03.1989: BRD wird restriktiver

    Die deutsche Bundesregierung beschließt ein restriktives Asylrecht.

  • 09.03.1989: Parlaments- und Wahlrechtsreform

    Regierung und Opposition in Polen einigen sich auf die Durchführung einer radikalen Parlaments- und Wahlrechtsreform.

  • 10.03.1989: Hohe Haftstrafen

    Vier Hallenser Bürger werden für ihren Versuch, in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Berlin (Ost) ihren Wunsch auf Ausreise vorzutragen, zu hohen Haftstrafen verurteilt.

  • 11.03.1989: Aufruf Bürgerbewegter

    Die seit 1986 in der DDR tätige »Initiative Frieden und Menschenrechte«, der u. a. Gerd und Ulrike Poppe sowie Bärbel Bohley angehören, veröffentlicht einen Aufruf zur Bildung einer landesweiten Bürgerbewegung, der jedoch ohne große Resonanz bleibt.

  • 11.03.1989: UN-Umweltbehörde thematisiert

    In Den Haag unterzeichnen Vertreter von 22 Staaten eine Erklärung, in der die Bildung einer UN-Umweltbehörde gefordert wird.

  • 12.03.1989: Schüsse lieferten Grund

    Mit Verweis auf Schüsse an der Mauer sagt der bundesdeutsche Wirtschaftsminister Helmut Haussmann seinen Besuch der Leipziger Frühjahrsmesse ab.

  • 13.03.1989: Ausreisewillige demonstrierten

    Mehrere hundert Ausreisewillige demonstrieren in Leipzig für das unbeschränkte Recht der Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland.

  • 13.03.1989: Erdbeben künstlich

    Die Sprengung einer Kaligrube in Merkers in der DDR führt zu einem Erdbeben der Stärke fünf bis sechs auf der Richter-Skala.

  • 14.03.1989: Solidaritätsveranstaltung für Tschechen

    In der Katholischen Liebfrauenkirche in Leipzig findet eine Solidaritätsveranstaltung für in der CSSR Inhaftierte statt.

  • 15.03.1989: Hunderttausend Menschen sammelten sich in Ungarn

    An den Kundgebungen in Ungarn anlässlich des erstmals seit 40 Jahren wieder offiziell begangenen Nationalfeiertages, der an die Revolution von 1848/49 erinnert, nehmen hunderttausend Menschen teil.

  • 16.03.1989: KSZE-Folgekonferenz gilt

    Der Deutsche Bundestag bekräftigt die Bedeutung der Wiener KSZE-Folgekonferenz für die Durchsetzung der Menschenrechte in der DDR.

  • 17.03.1989: Verringerung der Truppenstärke

    Die Prager Regierung beschließt eine Verringerung der Truppenstärke der tschechoslowakischen Armee und eine Reduzierung ihrer Bewaffnung.

  • 17.03.1989: Einsturz tötete

    Beim Einsturz des Stadtturms von Pavia in Norditalien sterben mehrere Menschen.

  • 18.03.1989: Jelzin will kämpfen

    Der gestürzte Moskauer KPdSU-Chef und Politbüro-Kandidat Boris Jelzin kündigt auf einer Kundgebung vor 10 000 Zuhörern in der sowjetischen Hauptstadt die Fortsetzung seines Kampfes für radikale Reformen an.

  • 19.03.1989: Soli-Aktionstag in DDR

    In der DDR findet ein von verschiedenen Oppositionsgruppen und Bürgerrechtlern initiierter landesweiter Aktionstag mit Solidaritätsbekundungen für den in der CSSR inhaftierten Dissidenten Václav Havel und weitere Mitglieder der Bürgerrechtsbewegung Charta 77 statt.

  • 20.03.1989: Senat räumte

    Der Westberliner Senat unter dem neuen Regierenden Bürgermeister Walter Momper, eine Koalitionsregierung von SPD und Alternativer Liste, lässt acht besetzte Häuser räumen; der Beschluss ist in der AL umstritten.

  • 21.03.1989: UdSSR will reduzieren

    Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow unterzeichnet ein Dekret zur Reduzierung der Sowjetstreitkräfte um eine halbe Million Mann bis Ende 1990.

  • 22.03.1989: Bundesdeutsches PEN-Zentrum fordert Havels Freiheit

    Das PEN-Zentrum der Bundesrepublik Deutschland appelliert an den tschechoslowakischen Staatspräsidenten, den Bürgerrechtler und Schriftsteller Václav Havel sowie dessen Mithäftlinge zu entlassen.

  • 23.03.1989: Solidarnosc uneinig

    Das Solidarnosc-Mitglied Andrzej Gwiazda kritisiert Lech Walesa aufgrund seiner Zugeständnisse an die Regierung.

  • 24.03.1989: Mehrparteiensystem für Ungarn

    Beim Treffen mit dem ungarischen Parteichef Karoly Grosz in Moskau erhebt KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow keine Einwände gegen dessen Pläne zur Einführung des Mehrparteiensystems.

  • 24.03.1989: Neues beim Achterrennen

    Beim traditionellen Achterrennen zwischen Oxford und Cambridge dürfen erstmals Frauen teilnehmen, allerdings nur als Steuerleute.

  • 25.03.1989: Stalinistischen Deportationen gedacht

    In Riga, Hauptstadt der Sowjetrepublik Lettland, gedenken rund 300 000 Menschen mit einem Schweigemarsch der Opfer der stalinistischen Deportationen in den 40er Jahren.

  • 26.03.1989: Erstmals mehreren Kandidaten je Sitz

    Bei den Wahlen zum ersten sowjetischen Volksdeputiertenkongress, das den Obersten Sowjet und das Staatsoberhaupt der UdSSR wählt, können sich Bürger erstmals zwischen mehreren Kandidaten entscheiden; Reformpolitiker setzen sich durch.

  • 27.03.1989: Ostermarsch in Polen

    Unter dem Motto »Europa ohne fremde Armeen« organisiert die Gruppe »Frieden und Freiheit« aus Szczecin erstmals einen Ostermarsch in Polen.

  • 28.03.1989: Sechs Jahre Freiheitsentzug

    In der DDR-Hauptstadt wird der Bundesbürger Gerald Knoch wegen Fluchthilfe zu sechs Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

  • 29.03.1989: Boykott-Erklärung

    Die Regionalgruppe Thüringen des Arbeitskreises Solidarische Kirche erklärt, die für den 7. Mai in der DDR angesetzten Kommunalwahlen zu boykottieren.

  • 29.03.1989: Glaspyramide eingeweiht

    Im Innenhof des Pariser Louvre wird die umstrittene Glaspyramide des Amerikaners Ieoh Ming Pei eingeweiht.

  • 30.03.1989: Lockerung der Reisebestimmungen

    Die DDR-Regierung kündigt eine Erweiterung und Lockerung der Reisebestimmungen in den Westen an. Die Verordnung tritt am 1. April in Kraft und ermöglicht Besuchreisen zu angeheirateten Verwandten.

  • 31.03.1989: Grenzdurchbruch gescheitert

    Am DDR-Grenzkontrollpunkt Drewitz durchbrechen drei Männer mit einem Pkw die erste Kontrollstelle und fahren gegen die folgende Sperre; alle drei werden verhaftet.

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