Robert D. Meyer 18.02.2016 / Inland

Dresden: Nazis nach Überfall auf linkes Projekt freigesprochen

Polizeibeamter kann als einziger geladener Zeuge keine ausreichenden Beweise gegen die vier Tatverdächtigen vorlegen

Der 19. Februar 2011 dürfte der alternativen Szene in Dresden noch in Erinnerung sein: An diesem Tag marschierten nicht nur Neonazis zum alljährlichen »Trauermarsch« in Gedenken an die Bombardierung der Stadt durch die sächsische Elbmetropole. Etwa 100 Rechte überfielen auf ihrem Weg zum Aufmarsch auch das linke Wohn- und Kulturprojekt »Praxis« im Stadtteil Löbtau. Der rechtsradikale Übergriff auf den alternativen Szenetreff wurde damals sogar auf Video festgehalten: Aus dem Pulk der vorbeimarschierenden Nazis kam es wiederholt zu Steinwürfen auf das Haus. Scheiben gingen zu Bruch, als mehrere Rechtsradikale mit Stangen und Stöcken bewaffnet losstürmten. Die Neonazis konnten dem Video zufolge fast drei Minuten lang wüten, ehe Polizeibeamte den rechten Aufmarsch langsam zurückdrängten. Die Drohungen der Rechten gegen die Bewohner der »Praxis« fielen eindeutig aus: »Wir kriegen euch alle«, skandierte der Neonazimob. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielten sich mehrere Menschen im Haus auf.

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