Marion Pietrzok 26.10.2007 /

Schweigen der Lämmer

Robert Redford, Tom Cruise und einige Fragen zur US-Politik unter G. W. Bush

Robert Redford (l.), Joschka Fischer und nichtgestellte Fragen
Filmstars in Berlin, das braucht die Stadt. Oder eher umgekehrt, die Stars brauchen den Jubel. Stars braucht ein Film als Zugpferd fürs Publikum. Und dann kommen manchmal seltsame Konstellationen zustande. Beispiel: Der Polit-Thriller »Von Löwen und Lämmern«, dessen Team am Mittwochabend in der deutschen Hauptstadt Station auf seiner Europa-Promotion-Tour machte: Filmstart hierzulande ist der 8. November. Zwei Schauspieler, stark der eine, eine Klasse besser noch der andere, sind die sehr spezielle Paarung auf der Leinwand: Scientologe der eine, Liberaler der andere. Tom Cruise, Strahlemann, dem man längst die Anstrengung anmerkt, vom Maskenlächeln nicht abzufallen, vorgestern zugleich der Stauffenberg-Darsteller mit der Ambition zur »Valkyrie«-Promotion, gibt auf dem Roten Teppich vorm Berliner Kino »International« Autogramme und ward dann nach ein paar Artigkeiten wie »Berlin, meine zweite Heimat, ... kann mich nicht trennen«, so in der Art, nicht mehr gesehen. Hingegen später, drinnen, auf der Bühne des Kinosaals, Robert Redford ehrliche Bekenntnisse macht. Politische. Mit dem Film selbst und nach der Sondervorführung des Dramas »Von Löwen und Lämmern«, bei dem er Regie führte und in dem er auch eine Hauptrolle spielt. Ernstes Fach. Nachdenklichkeit. Der Unbestechliche. Sonnyboy, der strahlende Schwarm aller Frauen, das war Redford weit über die sechziger, siebziger Jahre hinaus, in Filmen wie »Butch Cassidy and the Sundance Kid«, »Der Clou«, »Der große Gatsby« oder »Jenseits von Afrika« weltweit Kassenmagnet. Bald hatte er mit dem Hollywood-Kommerz nichts mehr im Sinn, wurde unabhängiger Produzent, stand selbst hinter der Kamera, fördert seit Jahren Talente.

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