03.01.2009

Bebensichere Röhre?

Auf dem Landweg von Europa nach der Türkei und Vorderasien erweist sich der Bosporus als Nadelöhr.

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts gab es deshalb Pläne einer Tunnelverbindung zwischen Europa und Asien. Letztlich scheiterten diese Pläne an technischen und finanziellen Schwierigkeiten. Mit dem schnellen Wachstum von Istanbul nach dem Zweiten Weltkrieg gab es neue Pläne einer Bosporus-Querung, diesmal allerdings mit Hängebrücken: 1973 und 1988 wurden zwei imposante Hängebrücken eingeweiht. Inzwischen setzt die türkische Regierung beim weiteren Ausbau auf unterseeische Tunnel. Anders als bei den Ideen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts werden diese Tunnel aber entweder im Schlick des Meeresgrunds vergraben oder von vorherein unterhalb des Meeresgrunds gebohrt.

Während die beiden Brücken reine Straßenverbindungen sind, soll der seit 1999 im Bau befindliche Marmaray-Tunnel eine Schnellbahnverbindung vom europäischen Teil der Türkei in den asiatischen möglich machen. Im Dezember nun bekam ein Konsortium aus dem türkischen Baukonzern Yapi Merkezi und der koreanischen SKEC den Zuschlag für einen 5,4 Kilometer langen zweistöckigen Straßentunnel, der ebenfalls am Marmarameer verlaufen soll. Beide Tunnel sollen nach Angaben der Planer erdbebensicher sein. Angesichts der in nächster Nähe verlaufenden Nordanatolischen Verwerfung ist das auch nötig.

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