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Von Andrea Ricci, Beirut
03.01.2009

Gespannter Blick in Richtung Süden

Viel Sympathie in Libanon für Palästinenser

Die israelischen Luftangriffe auf Gaza werden vor allem in Libanon heftig kritisiert. Dies liegt nicht zuletzt daran, daß sich der israelische Angriff auf Südlibanon im Sommer 2006 tief in das Gedächtnis der Libanesen eingebrannt hat.

Die Milizverbände der schiitischen Hisbollah, die damals einige beachtliche Erfolge im Kampf gegen die moderne israelische Armee verzeichnen konnten, gelten in Libanon bis heute als die Verteidiger des Landes, auch unter vielen Sunniten und Christen. Gespannt verfolgen die Libanesen daher die Fernsehansprachen des Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah, die seit dem Beginn der israelischen Angriffe auf Gaza fast täglich an Schärfe zunehmen.

Nordisrael werde »brennen«, wenn »Gaza brennt«, kündigte er vor wenigen Tagen an. Die Hisbollah verfügt mittlerweile über modernere Raketen und Geschütze als im Krieg 2006. Auch Mohammed Raad, Hisbollah-Abgeordneter im libanesischen Parlament, weist auf die Parallelen der israelischen Angriffe auf Gaza heute und den Libanonkrieg 2006 hin. Der palästinensische Widerstand habe aus den Erfahrungen in Südlibanon gelernt, sagte Raad im TV-Sender »El-Manar«. Zudem sollten sich die israelischen Angreifer auf »einige Überraschungen« gefasst machen, wenn sie ihre Bodenoffensive begännen.

Die USA-Botschaft in Awkar, nördlich von Beirut, wurde am Freitag ebenfalls zur Zielscheibe wütender Proteste. Bereits am Mittwoch versandte die Botschaft E-Mails an in Libanon lebende US-amerikanische Staatsbürger. Sie sollten Versammlungen und Demonstrationen unbedingt meiden, so die Anweisung der Botschaft.

Es sind vor allem die Parteien und Gruppierungen des Oppositionsbündnisses, die in Libanon nun zu Massenkundgebungen für Gaza aufrufen und jeden Tag Zehntausende Menschen auf die Straßen bringen. Ein Sprecher der syrischen Sozialistischen Partei äußerte gegenüber ND, dass die arabische Welt nun bedingungslos hinter den Palästinensern in Gaza zu stehen habe. Er kritisierte außerdem die arabischen Staaten heftig für deren »Untätigkeit«. Auch General Michel Aoun, der Führer des hauptsächlich christlichen Freien Patriotischen Bewegung, eine Polit-Legende in Libanon, schloss sich den Protesten gegen Israel an und forderte die Palästinenser in Gaza auf, »Widerstand zu leisten und nicht auf fremde Hilfe zu hoffen«. Zudem spricht Aoun von einer »barbarischen israelischen Aggression« gegen Gaza.

Druck kommt nicht zuletzt aus den zwölf Flüchtlingslagern der Palästinenser, was die libanesische Regierung, die derzeit von pro-westlich ausgerichteten Parteien gebildet wird, unter Handlungsdruck setzt. Einerseits möchte man angesichts der nächstes Jahr anstehenden Parlamentswahlen nicht durch Untätigkeit in der Gaza-Frage Stimmen an die Opposition verlieren, andererseits möchte man einen neuerlichen Krieg unbedingt vermeiden. Libanons Premierminister Fuad Siniora sagte, dass sein Land sich »einig« zeigen müsse, denn ein »einiges Libanon« sei das letzte, »was sich Israel wünscht«. Auch Siniora bezeichnete die Attacken Israels gegen Gaza als »Verbrechen«.

Auch in Israel bleiben die Proteste nicht ohne Reaktion. Seit einigen Tagen dringen israelische Kampfflugzeuge immer wieder in den libanesischen Luftraum ein und fliegen Scheinangriffe auf sogenannte »Hisbollah-Hochburgen« als Warnung.

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