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Von Alexander Ludewig 02.02.2009 / Sport
1. Bundesliga

Meister der Effektivität

Als hätte es die Winterpause nicht gegeben. Hertha BSC knüpfte beim Heimerfolg gegen Eintracht Frankfurt nahtlos an die Hinrunde an – die beste der Vereinsgeschichte in der Bundesliga. Gästetrainer Friedhelm Funkel erkannte das Berliner Erfolgsgeheimnis und verpasste den Hauptstädtern den Titel »Meister der Effektivität«.

Wieder einmal hatte der Gegner mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse und mehr Flanken zu verzeichnen. Doch Hertha BSC traf einmal mehr ins Netz als die Hessen. Marko Pantelic besorgte mit seinem Doppelpack (17./50.) den elften Saisonsieg – der achte mit nur einem Tor Unterschied. Denn Benjamin Köhler ließ mit seinem Anschlusstreffer (53.) die Frankfurter Hoffnungen auf einen verdienten Punktgewinn nochmal aufleben.

Auch die Berliner Hauptdarsteller vor knapp 40 000 Zuschauern im Olympiastadion waren dieselben wie in der Hinrunde. Neben Pantelic überzeugte Andrey Voronin in der Offensive, Cicero gefiel im Mittelfeld, Josip Simunic hielt die Abwehr zusammen und Torwart Jaroslaw Drobny den Sieg mit einigen Glanzparaden fest.

Neu und ungewohnt hingegen ist der Tabellenrang. Als Zweiter ist Hertha BSC der erste Verfolger von Spitzenreiter Hoffenheim. Damit der Berliner Höhenflug weiter anhält, wurde der Vertrag von Trainer Lucien Favre vorzeitig bis Juni 2011 verlängert.

*

Vor den Berlinern steht in der Tabelle nur noch 1899 Hoffenheim. Im ersten Spiel im neuen Stadion in Sinsheim gelang dem Herbstmeister gegen Energie Cottbus auch gleich der erste Sieg. In der mit 30 000 Zuschauern ausverkauften Rhein-Neckar-Arena trafen Demba Ba (28.) und Neuzugang Boubacar Sanogo (63.) für den Aufsteiger und ließen zumindest für den Moment die verletzten Stürmer Vedad Ibisevic und Chinedu Obasi vergessen.

Doch so klar wie es das Ergebnis und die Ansetzung, beste Heimmannschaft gegen das schwächste Auswärtsteam, vermuten lässt, war es nicht. Nicht nur die Ausfälle und der schlechte Rasen in der neuen Arena machten Hoffenheim das Leben schwer, auch der Gegner setzte den Überfliegern der Hinrunde zu. »Trotz der Niederlage macht uns dieses Spiel Mut für die nächsten Aufgaben«, erklärte der Cottbuser Kapitän Timo Rost nach Spielende. In den 90 Minuten zuvor erspielten sich die Lausitzer einige Torchancen, scheiterten jedoch mal wieder an ihrer Abschlussschwäche.

Worauf es nun ankommt, brachte Energie-Trainer Bojan Prasnikar auf den Punkt: »Die Heimspiele werden am Ende entscheiden, ob wir unser Ziel Klassenerhalt erreichen.« Am kommenden Sonntag gegen Hannover 96 wird es also ernst im Stadion der Freundschaft.

*

Zwei unmittelbare Verfolger der Führenden trafen in der Partie zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen aufeinander. Die 73 000 Zuschauer erlebten zwei gänzlich verschiedene Halbzeiten. In Durchgang eins zeigten sich die Dortmunder Gastgeber bemüht, die Pokalschlappe gegen Werder Bremen vergessen zu machen. Das offensive Auftreten der Borussia wurde dann auch durch den Führungstreffer durch den Schweizer Stürmer Alexander Frei neun Minuten vor dem Seitenwechsel belohnt.

Was allerdings nach dem Wiederanpfiff ablief verstand BVB-Coach Jürgen Klopp nicht: »Da haben wir wieder den Glauben an unsere eigene Stärke und unser System verloren.« Die zweite Halbzeit war ein Spiel auf ein Tor. Doch zu mehr als dem verdienten Leverkusener Ausgleich durch Torjäger Patrick Helmes (63.), der sein 13. Saisontor erzielte, reichte es nicht. Entsprechend niedergeschlagen trottete die Bayer-Elf nach dem Abpfiff vom Dortmunder Rasen. »Wir sind tief enttäuscht. Die Mannschaft hat einen Riesenaufwand betrieben, sich aber nicht belohnt. Sie tut mir leid«, fühlte Trainer Bruno Labbadia mit

Ein wenig Aufmunterung erfuhr der Coach durch eine überraschende Personalie. Toni Kroos, das Mittelfeldtalent des FC Bayern München, kommt als Leihgabe aus der bayerischen Landeshauptstadt bis Juni 2010 nach Leverkusen. »Es macht uns stolz, dass Toni Kroos ausschließlich zu uns kommen wollte. Er hatte die freie Auswahl«, freute sich Labbadia über die willkommene Verstärkung.

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