Gefährdete Kultur an der Veteranenstraße.
Foto: ND/Burkhard Lange
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Das ACUD bangt um seine Existenz. Der Kulturverein steckt schwer in den Schulden und wird voraussichtlich Insolvenz anmelden müssen.
Die desolate Lage bestätigte Torsten Wunderlich, künstlerischer Leiter des Kunsthauses in der Veteranenstraße: »Der Verein ist in extremen Schwierigkeiten.« Laut Wunderlich, der die künstlerische Leitung erst vor zwei Wochen übernommen hatte, kann der Verein seine laufenden Kosten nicht mehr decken.
Überrascht von der drohenden Insolvenz des Vereins zeigte sich der Senat. Man sei »baff«, meinte Torsten Wöhlert, Sprecher der Senatskulturverwaltung. Schließlich seien bereits Fördergelder für 2009 zugesagt.
Zahlen konnte Wunderlich noch nicht nennen, das genaue Ausmaß der Verschuldung müsse ein Gutachten klären. Es handele sich aber um einen »sehr beträchtlichen Betrag«, zu dessen Deckung auch eine Spendenkampagne wie vor zehn Jahren nicht mehr ausreichen würde. 1999 stand das ACUD schon einmal vor dem finanziellen Ende, konnte sich aber durch die Aktion »3000 Mal 100 Mark« noch einmal vor dem Aus retten. Unterstützt wurde die Kampagne damals von zahlreichen Sponsoren und Prominenten, die die kulturelle Bedeutung des ACUD für Berlins alternative Szene hervorhoben.
Morgen soll auf einer Mitgliederversammlung beschlossen werden, ob ein Insolvenzverfahren veranlasst wird. Wenn das der Fall ist, wird ein Gutachten klären, wie es um das Kulturprojekt genau steht und ob es mit dem alternativen Projekt weitergehen könnte.
Der Dachverein ACUD betreibt unter anderem ein Kino, ein Theater und ein Musikcafé. Wie die einzelnen Projekte des Kunstvereins von der Insolvenz betroffen sind, muss sich noch herausstellen. »Eines ist sicher: Das Theater ist nicht insolvent«, sagte der Leiter des Theaters Felix Goldmann. Die Bezuschussung des Theaters durch den Senat im Rahmen der Spielstättenförderung sei für 2009 bereits bewilligt. Goldmann glaubt, dass das Theater auf alle Fälle weiter machen kann.
Torsten Wunderlich ist sich hingegen sicher, dass alle Projekte ein Problem bekommen, wenn der Dachverein Insolvenz anmelden muss – nicht nur, weil dann das Haus an der Veteranenstraße zur Disposition steht, sondern auch, weil sich ohne Dachverein keine Fördergelder einwerben lassen.
Es scheint also schlecht zu stehen um das fast zwanzigjährige Kulturprojekt. Bei der Senatskulturverwaltung hofft man, dass die Insolvenzverwaltung das Kulturprojekt nicht gleich einstampft, sondern Wege findet, wie das ACUD weiterlaufen kann – und nicht auch noch eine der letzten Institutionen alternativer Kultur aus Mitte verschwindet.
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