Wolf H. Wagner 11.02.2009 /

Die Arbeit als Paradies

Working for Paradise: eine Heiner-Müller-Werkstatt in Berlin und Italien

Kein Staub, kein Ruß – keine Arbeit?

Eine leere Fabrikhalle. Schrott. Quadratische Zellen, in den Boden gebracht, vielleicht drei mal drei Meter, etliche Meter tief. Das war die große Ofenhalle von Siemens-Plania – zu DDR-Zeiten VEB Elektrokohle Berlin. Hier wurden bei 1000 Grad die großen Kohlebürsten gebrannt, aus einem Grafitgemisch in Schamotteröhren. Eine ewige Hitze, ewiger Staub in der Luft, ewiger Grafitschmier auf der Haut. Nach tagelangem Abkühlen wurden die noch heißen Kohlestücke gezogen. Ich fuhr sie auf einem Plattenwagen in einen Abkühlraum, mit Drahtbürsten mussten überstehende Kanten und Grus abgebürstet werden. Die Elektroköhler waren harte Männer. Wir Oberschüler sollten wohl von der Arbeiterklasse lernen. Wie auch die Dissidenten: Während ich Kohlebürsten schrubbte, fuhr draußen Florian Havemann im Elektrokarren vorbei.

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