Morgen ist wieder Valentinstag. Da sind liebevolle Gesten und ein mitfühlendes Herz gefragt. Auch die israelischen Behörden zeigten anlässlich des alljährlichen Tages der Liebenden Herz und lockerten sogar die strikte Abriegelung der Grenzen des palästinensischen Gaza-Streifens. Ein Lastwagen mit 25 000 Nelken durfte über den Grenzübergang Kerem Schalom den Küstenstreifen verlassen. Sie sollen zum Valentinstag in Europa verkauft werden. Dieser erstmals seit einem Jahr erlaubte Blumenexport erfolgte auf Bitte der niederländischen Regierung.
Es fällt schwer, die Bilder von Zerstörung und Tod mit einem Blumenmeer in Einklang zu bringen. Dieser Tage erst hatte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon Israel aufgefordert, umgehend die Gaza-Grenzübergänge zu öffnen. Fast eine Million Menschen seien zum Überleben auf Hilfslieferungen angewiesen. Ganz besonders schlimm sei die Lage für die vielen verletzten Palästinenser, für die es ohne Nachschub weder Medikamente noch Verbandszeug oder andere medizinische Hilfsmittel gebe.
Die Valentinsgeste mag für die Blumenzüchter und -exporteure in Gaza ein wirtschaftlicher Lichtblick sein. Angesichts der Gesamtsituation wirkt sie eher makaber und erinnert an einen Romantitel des mexikanischen Schriftstellers Guillermo Arriaga: »Der süße Duft des Todes«.
Aktuelle Ausgabe: 22.05.2012
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