Hans-Gerd Öfinger 17.02.2009 / Wirtschaft und Umwelt

Löhne bleiben auf der Strecke

Gewerkschafter für fairen Wettbewerb bei Bahnausschreibungen

Gegen die aktuelle Ausschreibungspraxis im Schienenpersonen-Nahverkehr gingen am Montag rund 2000 Eisenbahner in Berlin auf die Straße. Sie folgten einem Aufruf der Bahngewerkschaften Transnet und GDBA und veranstalteten Kundgebungen vor den Parteizentralen der Regierungsparteien CDU und SPD.

Eisenbahner auf der Kundgebung in Berlin
Bisher betreibt die Bahn-Tochter DB Regio die RegionalExpress-Züge in der Hauptstadtregion. Da bei der Neuausschreibung in vier Losen ein Bieter sich jedoch nicht gleichzeitig um zwei Lose bewerben darf, sehen die Gewerkschaften auf die DB Regio einen Arbeitsplatzabbau in dreistelliger Höhe zukommen. Da nur »das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag erhalten« dürfe, drohe die Ausschreibung zu einem »Wettbewerb um die niedrigsten Einkommen und geringsten Sozialbedingungen« zu verkommen, kritisierte Transnet-Vorstandsmitglied Reiner Bieck, der vor einer bundesweiten Signalwirkung warnt. Die aktuelle Ausschreibung für den Berliner Raum gehört nach Ansicht von GDBA-Vorstandsmitglied Gerhard Wilde »in die Mülltonne«.

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