Bei der Kälte jagt man keinen Hund vor die Tür: Laster und Hänger am Montagmittag.
Foto: ND/Ulli Winkler
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Für Wirbel hat der Antrag bereits gesorgt, der am Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen der BVV-Friedrichshain-Kreuzberg beraten wird. Auf ihrer letzten Sitzung hatte die BVV den Antrag von SPD- und Linksfraktion, das Bezirksamt möge die Errichtung einer »Sport- und Freizeitfläche am Standort Revaler Straße/Modersohnstraße« in die Fortschreibung der Investitionsplanung für die Jahre 2012-2013 aufnehmen, in die Ausschüsse für Sport, für Umwelt und eben Stadtplanung verwiesen.
An der Ecke Revaler Straße/ Modersohnstraße befindet sich jedoch seit 2001 die Wagenburg Laster und Hänger, die nun ihr Fortbestehen gefährdet sieht und zur Teilnahme an der öffentlichen Sitzung des Gremiums aufruft. 30 Menschen, darunter zwölf Kinder und Jugendliche, wohnen auf dem Platz. »Wir wollen die Ausschussmitglieder daran erinnern, wer wir sind, wo wir wohnen und dass wir dort gerne wohnen bleiben wollen«, sagt Max, der seit der Besetzung und Duldung durchs Bezirksamt auf Laster und Hänger wohnt.
»Das ist ein Sturm im Wasserglas«, meint Mirko Assatzk, Bezirksverordneter der LINKEN und Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Wohnen und Verkehr. Der Sportausschuss habe auf seiner Sitzung am 11. Februar die Modersohnstraße gestrichen. Nun heiße es nur noch »vage« Revaler Straße. Das würde die brachliegenden Industriegelände an der Spree mit einschließen. »Der Wagenplatz ist nicht bedroht«, sagt Assatzk, betonte aber, dass es in Friedrichshain ein großes Defizit an Sport- und Freizeitflächen gebe. In den letzten Jahren sei der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg um 16 500 Menschen gewachsen, allein rund 8000 davon in die Gebiete um Boxhagener Platz bzw. Samariterstraße gezogen. Deshalb sei Handeln gefordert. Er könne sich aber auch gut vorstellen, dass eine Sport- und Freizeitanlage auf dem Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes entstehen könnte. Die
Planung stehe ganz am Anfang.
Die Grünen sehen dagegen keine Notwendigkeit, jetzt schon über den Zeitraum nach 2011 zu sprechen, meint deren Fraktionsvorsitzender, Daniel Wesener. Zudem sei er »verwundert über den Antrag«. Grüne und PDS hätten damals den Verbleib der Wagenburg auf dem Gelände nahe der Modersohnbrücke beschlossen. Es sei nach wie vor Meinung der Grünen, dass es keine Verdrängung alternativer Projekte aus dem Bezirk geben dürfe. Auch müsse erstmal der genaue Bedarf ermittelt werden: »Geht es um Flächen für Vereine, oder für Kinder und Jugendliche?«, so Wesener. »Es geht um eine Freizeitfläche etwas oberhalb eines Bolzplatzes«, erklärt Uwe Hübsch (SPD), der Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss ist. Vor einigen Jahren hätten LINKE und Grüne den Sportplatz zu Gunsten der Wagenburg abgelehnt, nun hätten sich die Prioritäten geändert. In dem Gebiet leben immer mehr Kinder und Jugendliche, was den Bau des Platzes notwendig mache, so Hübsch. Bis ein Spatenstich getan wird, fließt noch einiges Wasser die Spree herunter, nur so viel ist sicher.
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