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Von Hanno Harnisch
24.02.2009

»Slumdog Millionaire« mit Oscars überhäuft

»Spielzeugland« von J. A. Freydank aus Deutschland wurde als bester Kurzfilm prämiert

Regenwolken hingen am Sonntagabend über dem Kodak-Theatre in Los Angeles. Eine Stunde Parade der Eitelkeit – dann doch im Trockenen. Die Amerikaner haben nicht nur diesen Preis der Preise im Filmgeschäft erfunden, sondern den Roten Teppich gleich mit. Die Perfektheit dieser scheinbaren Improvisation wird dann im kristallgeschmückten Saal durch eine auf viele Höhepunkte zugeschnittene Regie noch gesteigert. Retardierende Momente dieser Show sind lediglich die vielen Werbeunterbrechungen.

Der Australier Hugh Jackmann moderierte den Abend. Mal nicht ein Comedian, eine richtige Entscheidung. Wer noch nicht wusste, dass dieser »Sexiest Man alive« auch ein großes Showtalent ist (Tanzen der großen Gesten als Zentrum einer Reihe, Singen bis in die höchsten Höhen, allein oder im Duett, »Rüberbringen« der Texte, die sich andere Autoren ausgedacht haben), der konnte es live erleben. Wem die Riege der Nominierten noch nicht genug an Prominenz war, der konnte fast alle, die in Hollywood Rang und Namen haben, am Sonntag auf der Bühne sehen, als Laudatoren mit wirklich feinen Komplimenten für ihre Schützlinge. Die waren denn auch durch die Bank gerührt. Gingen die vergebenen Trophäenin diesem Jahr in die richtigen Hände? Eindeutig ja.

Ein so eigentümlicher Film wie »Der seltsame Fall des Benjamin Button« war dann doch nicht der Abräumer des Abend. Er bekam »nur« drei technische Oscars. Schließlich wurden fast 30 Millionen Dollar des Budgets für die verschiedenen Alterungsgrade eines Brad Pitt – alias Button – aufgewendet. Und so ging die Familie Pitt/Jolie diesmal leer aus. Auch Meryl Streep konnte in diesem Jahr nicht ihren ganz persönlichen Oscar-Rekord verbessern, denn für ihre Nominierung als beste Hauptdarstellerin in dem Film »Glaubensfragen« als Gegenspielerin von Phillip Seamour Hofmann war die weibliche Konkurrenz in diesem Jahr einfach zu stark. Anne Hathaway (»Rachels Hochzeit«) und Melissa Leo (»Frozen River«) wurden ebenfalls nicht aus der Frontreihe des Parketts auf die Bühne gerufen, sondern Kate Winslet für ihr überzeugendes Spiel als SS-Aufseherin Hanna in »Der Vorleser«, die ihre Affäre mit dem jungen Michael (David Kross) bis zum Tod begleitet. Im Reigen der sonst eher unbeholfenen Dankesreden hob sich Kate Winslet positiv ab: Schon als junges Mädchen habe sie vor dem Badezimmer die Geste mit einer Shampooflasche geübt, wie es denn sei, den Oscar in der Hand zu halten.

Erfreulich auch die Entscheidung, Sean Penn für die Darstellung des Harvey Milk, des ersten schwulen Stadtrats von San Francisco, als besten männlichen Hauptdarsteller auszuzeichnen. Da wurde die Verleihung für einen Moment vom Entertainment zur politischen Bühne. Nur einmal fiel der Name Obama – im Kontext der Hoffnung auf notwendige Veränderungen in den USA. George W. Bush (wir erinnern uns an die flammende Rede von Oscar-Preisträger Michael Moore vor ein paar Jahren) war in diesem Jahr einfach abgehakt.

Martina Gedeck konnte nun endlich auch einmal bei einer Oscar-Verleihung dabei sein, nachdem in der Delegation von Florian Henckel von Donnersmarck kein Platz für sie war, als »Das Leben der Anderen« den Oscar im Vorvorjahr nach Deutschland holte. Das schaffte in diesem Jahr der »Baader Meinhof Komplex« nicht. Dafür konnte dann »Spielzeugland« von J. A. Freydank als bester Kurzfilm einen Oscar zu gewinnen, 14 Minuten über ein Kinderschicksal während der Judendeportationen in Nazideutschland.

Absoluter Gewinner mit acht Oscars: »Slumdog Millionaire« vom englischen Regisseur Danny Boyle. Dieser Film, den es fast nicht gegeben hätte, weil die Finanzierung schwierig war und mitten in der Produktion die Filmgesellschaft wechselte, dieser so untypische Hollywood-Film zeigt der Welt jetzt, wie es im indischen Mumbai aussieht, bei den Ärmsten der Armen. Die Freude der Macher, die zum Schluss alle die Bühne eroberten, war sehr ansteckend.

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