Der erste Stein beschädigte das rechte Schaufenster.
Foto: ND/Burkhard Lange
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Gegen den neuen »Thor Steinar«-Outlet »Tromsø« in Friedrichshain regt sich auf immer mehr Ebenen Widerstand. Zu Wochenbeginn gab es auch die ersten Anschläge auf das umstrittene Geschäft, das die bei Neonazis beliebte Klamottenmarke verkauft.
Neben einem Steinwurf, bei dem die Scheibe des Geschäfts zu Bruch ging, kam es zudem zu einem Kakao-Attentat: Ein junger Schüler wollte offenbar mit der Farbe Braun suggerieren, was die Geschäftsbetreiber seiner Meinung nach für eine Gesinnung hegen. Nebenan, im Haus Nummer 92, ist man im besonderen Maße besorgt über die neuen Nachbarn. »Unsere Ratsuchenden, unter anderem afrikanische Migranten, die zur Sozialberatung kommen, haben Angst, dass mit diesem Laden Rechtsextreme angezogen werden«, berichtet Holger Förster, Geschäftsführer des Verbandes für interkulturelle Arbeit (VIA).
Der Verband sowie weitere Migrantenorganisationen, die ebenfalls in dem Haus residieren, wollen jetzt »Gesicht zeigen«. Um potenziell ahnungslose Käufer, aber auch Anwohner zu sensibilisieren, will man ab heute ein riesiges Transparent an der Fassade installieren. Überdies versuchen die verschiedenen Vereine, den Vermieter des »Tromsø« herauszubekommen, damit er das Mieterverhältnis auflöst, sagt Förster.
In Friedrichshain beschäftigten sich jedoch nicht nur die direkten Nachbarn mit dem problematischen Geschäft. Am Sonnabend rufen erneut die Initiative gegen Rechts sowie mehrere Antifa-Gruppen dazu auf, gegen den Laden auf die Straße zu gehen. Unter dem Motto »Kein Kiez für Nazis! Weg mit dem Thor Steinar-Laden aus Friedrichshain!« beginnt der Aufzug um 14 Uhr am S-Bahnhof Warschauer Straße. Die Demo soll danach zum Geschäft in der Nähe des Frankfurter Tores gehen.
Die Initiative gegen Rechts plant zudem am kommenden Mittwoch ab 20 Uhr eine Diskussionsveranstaltung in der Galiläa-Kirche. »Mit dem Podium wollen wir die Nachbarschaft über das Modelabel aufklären«, sagt Markus Roth von der Initiative. Diese hat überdies auch einen offenen Brief an den Vermieter des »Tromsø« geschickt. Auch das Bezirksamt versucht derzeit, Kontakt zum Vermieter aufzunehmen. Gute Nachrichten gibt es unterdessen aus Norwegen: Die Stadt Tromsø wehrt sich gegen den Missbrauch ihres Namens durch »Thor Steinar« – und hat das Modelabel deshalb aufgefordert, den Namen sofort niederzulegen.
Preis: 120,00 €
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