Raúl Castros Angebot steht: Auf Augenhöhe und ohne Vorbedingungen ist Havanna jederzeit bereit, über das Verhältnis USA-Kuba zu sprechen. Eine klare Antwort von Barack Obama steht weiter aus. Immerhin hat der neue USA-Präsident nun Kurskorrekturen veranlasst. Die von Vorgänger George Bush im Wahlkampf 2004 als Geschenk an die Hardliner in Miami veranlassten massiven Einschränkungen der Besuchs- und Geldüberweisungsmöglichkeiten wurden nun wieder aufgehoben.
Das ist mehr als nichts, aber nicht viel. Wenn Obama wirklich als ein Präsident für Wandel in die Geschichte eingehen will, reichen kosmetische Korrekturen am Bush-Kurs nicht aus – nicht in Afghanistan, nicht in Irak und nicht in Kuba. Obama sollte schleunigst Kurs Richtung Aufhebung des Embargos gegenüber Kuba aufnehmen. Den Beifall fast der ganzen Welt hätte er sicher, schließlich stimmten zuletzt in der UNO 185 Staaten für die Aufhebung der Handels-, Wirtschafts- und Finanzblockade seitens der US-Regierung. Und selbst eine Mehrheit der Miami-Kubaner hält das Embargo inzwischen für ein untaugliches Mittel, einen Wandel in Kuba zu bewirken. Sicher ist, dass ohne eine Aufhebung der Blockade ein echter Neuanfang in den kubanisch-US-amerikanischen Beziehungen undenkbar ist. Obama bleibt gefordert.
Aktuelle Ausgabe: 22.05.2012
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