Russlands Luftwaffe überlegt, ob sie Bomber auf Kuba oder in Venezuela stationieren soll. »Wenn es den politischen Willen gibt, sind wir dazu bereit«, sagt Fernflieger-Generalmajor Schicharew. Allein auf Kuba gebe es vier oder fünf geeignete Flugplätze. Überdies habe der venezolanische Präsident Hugo Chávez die Insel La Orchila als Basis angeboten.
Hat er nicht, ließ Chávez umgehend verlauten. Man darf davon ausgehen, dass es diesen »politischen Willen« auch in Moskau nicht gibt. Es stimmt zwar, dass Präsident Medwedew auf seiner Lateinamerika-Tour 2008 Bereitschaft zur engeren militärischen Zusammenarbeit mit Venezuela und Kuba erklärte, Waffen lieferte und wieder eigene Flugzeuge und Schiffe in die Region entsandte. Doch das war eher als kleiner Tipp für den US-Wahlkampf und das Thema US-Raketenabwehr in Europa gedacht. Die aktuellen Beziehungen zu Obama rechtfertigen in keiner Weise, dass Moskau Waffen in Stellung bringt. Die es zudem gar nicht hat. Gerade 16 einsatzfähige Tu-160 (NATO-Code: Blackjack) kann Schicharew aufsteigen lassen. Pro Jahr kommt ein neuer Bomber hinzu. Damit kann sich der General keinen zweiten Stern verdienen. Gut so, denn derartige Kraftmeierei war schon zu Zeiten der Kuba-Krise 1962 – gelinde gesagt – untauglich, um verantwortungsbewusst Politik zu gestalten.
Aktuelle Ausgabe: 22.05.2012
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