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Von Anna Maldini, Rom
23.03.2009

Forza Italia fusioniert mit Neofaschisten

Alleanza Nazionale geht in neuer rechter Einheitspartei unter Berlusconis Führung auf

In Rom hat die postfaschistische Partei Alleanza Nazionale ihren letzten Parteitag abgehalten. Es wurde beschlossen, zusammen mit Berlusconis Forza Italia die rechte Einheitspartei Popolo della Liberà (Volk der Freiheit) zu bilden. Der Gründungsparteitag der Formation wird am nächsten Wochenende ebenfalls in Rom stattfinden.

Alleanza Nazionale gibt es nicht mehr. Die Partei, die vor 14 Jahren gegründet wurde, gehört der Vergangenheit an. Künftig wird sie ein Teil des Volkes der Freiheit sein und so auch in die Europäische Volkspartei eintreten. Dabei sind ihre faschistischen Wurzeln noch immer klar erkennbar. So wurde am vergangenen Wochenende in Rom den 1800 Delegierten eine DVD über den Urvater der Partei, Giorgio Almirante, ausgehändigt.

Almirante war Faschist, kämpfte in der Republik von Salò an der Seite der deutschen Nazis gegen Alliierte und Partisanen und gründete nach dem Krieg die Partei Movimento Sociale Italiano (Soziale Bewegung Italiens) deren Abkürzung MSI aber auch »Mussolini Immortale Sempre« (Mussolini für immer unsterblich) gelesen werden kann. Nach Almirante war Gianfranco Fini Vorsitzender der MSI – heute ist er Vorsitzender der italienischen Abgeordnetenkammer und »dritter Mann« im Staat.

Lange Zeit fristeten die Neo- beziehungsweise Postfaschisten in Italien ein Dasein als »Schmuddelkinder« der Politik, und das, bis Silvio Berlusconi die Partei als »demokratische Rechte nach europäischem Vorbild« betitelte und mit in sein Boot zog.

Einigen Parteimitgliedern behagte diese »Verbürgerlichung« überhaupt nicht – allen voran Alessandra Mussolini, Enkelin des faschistischen Diktators. Sie wollten auf ihre Symbole und ihre Ideale nicht verzichten und bildeten eine Reihe von eigene Parteichen, die jetzt aber fast alle wieder ein Wahlbündnis mit der »großen Schwester« eingegangen sind.

Die Hochzeit mit Forza Italia ist allerdings alles anderes als unproblematisch. Und auch wenn die Mehrheit der Mitglieder von AN sie für notwendig hält, sehen sie doch viele eher als Zweckehe an; von großer Leidenschaft war beim »Begräbnisparteitag« in Rom wenig zu spüren.

In vielen Reden und besonders in denen, die den größten Applaus ernteten, schwang die Angst mit, die »eigene Identität« zu verlieren, von Berlusconi, seinem Geld und seinen Medien korrumpiert und verschluckt zu werden.

Manchen Delegierten geht der Sprung in die Einheitspartei zu schnell, ist der rechte Populismus und Pragmatismus von Forza Italia eher fremd. Man hat Angst, Werte aufgeben zu müssen, die erst die MSI und dann AN charakterisierten: Der Mythos vom Vaterland aber auch die »nationalsozialistische« Form von sozialer Gerechtigkeit; das Heldentum des »wahren Mannes« und die Gottesfürchtigkeit, aber auch die Abscheu gegenüber »verweichlichten Reichen« und mafiösen Strukturen.

Immer wieder haben sich die wichtigsten Führungspersönlichkeiten von AN – angefangen mit dem Koordinator der Partei und heutigem Verteidigungsminister Ignazio La Russa – bemüht, den Kameraden diese Angst zu nehmen und die Vorteile der neuen Situation schmackhaft zu machen. Endlich wird man auch in der Welt als vollberechtigter Teil der konservativen Familie anerkannt werden, endlich verliert man das ungute Image der Postfaschisten, das Gianfranco Fini in seiner Zeit als Außenminister Italiens doch hin und wieder zu spüren bekam.

Wie die tatsächlichen Machtverhältnisse im neuen Volk der Freiheit dann aussehen werden, bleibt abzuwarten. Seit Wochen laufen geheime Verhandlungen zwischen AN und Forza Italia, vor allem über die Organisationsform. AN soll wohl 30 Prozent aller Posten erhalten, aber auch auf dem Parteitag in Rom wurde klar, dass man hofft, den Einfluss noch weiter ausdehnen zu können. Schließlich ist (beziehungsweise war) AN im Gegensatz zu Forza Italia eine »richtige« Partei mit knallharten und zentralistischen Strukturen.

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