Weil er mit Kumpanen ausmachte, den alternativen Jugendklub PreJu in Premnitz mit Brandsätzen anzugreifen, musste der Neonazi Peer D. ins Gefängnis. Das Urteil lautete auf zweieinhalb Jahre Haft wegen Verabredung zum Mord in Tateinheit mit Brandstiftung. Aber Peer D. kam auf Bewährung früher raus.
Kaum war er draußen, schlug Peer D. wieder zu. Er verletzte am 18. Oktober vergangenen Jahres fünf Linke, die sich nach einem Besuch im PreJu auf dem Heimweg befanden, darunter der Stadtverordnete Björn Mooshagen (Linkspartei).
Heute muss sich der Neonazi für diese und eine zweite Gewalttat verantworten. Nach Angaben des Vereins Opferperspektive steht er vor dem Amtsgericht Rathenow. Die Staatsanwaltschaft werfe ihm Körperverletzung vor. Grund für die Angriffe sei ausschließlich »Hass auf Linke« gewesen.
Am 28. August 2008 soll Peer D. auf dem Premnitzer Drachbergsfest einem Punk durch einen wuchtigen Kopfstoß die Nase gebrochen haben. Einer jungen Frau, die dem Verletzten helfen wollte, soll er ins Gesicht gespuckt und sie zu Boden gestoßen haben.
Am 18. Oktober soll der Rechtsextremist dann den fünf linken Jugendlichen Pfefferspray in die Augen gesprüht und die deswegen Wehrlosen nacheinander auf den Kopf und ins Gesicht geschlagen und getreten haben. Mooshagen konnte wegen des Pfeffersprays länger als eine Woche nicht richtig sehen. Er hofft, dass die Justiz bei der Strafe bedenkt, »dass es nicht das erste Mal war.« Nach der zweiten Gewalttat sei Haftbefehl gegen den Angeklagten erlassen worden, teilte die Opferperspektive mit. »Seitdem sitzt Peer D. in Untersuchungshaft.«
Der geplante Anschlag auf den Jugendtreff im Juni 2005 scheiterte übrigens möglicherweise nur deshalb, weil ein Zeuge beobachtete, wie sich etliche Rechtsextremisten in der Nähe versammelten. Der Zeuge alarmierte die Polizei, die rechtzeitig anrückte und Brandsätze, Benzinkanister und Baseballschläger sicherstellte.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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