Eine »Wahkampfeinstiegsrede« des LINKEN Spitzenmannes Gregor Gysi kündigte gestern vor Journalisten der Berliner Linksparteichef Klaus Lederer an. Der Fraktionsvorsitzende im Bundestag wird am Sonntag auf der 152 Teilnehmer starken VertreterInnenversammlung sprechen, die über die Landesliste seiner Partei zu den Bundestagswahlen befinden wird.
Auf der wahrscheinlich zwölf Plätze umfassenden Liste ist dem 61-jährigen Redner vom Landesvorstand Platz 1 zugedacht. Direktkandidat für den Wahlkreis 085 in Treptow-Köpenick ist Gysi längst, er wurde dort mit 74 von 75 Stimmen nominiert. In dem Wahlkreis tritt er zum zweiten Mal an. In den 90er Jahren gewann er mehrfach als Vertreter der PDS das Direktmandat in Marzahn-Hellersdorf.
Ebenfalls zusätzlich direkt kandidieren die auf Platz zwei und drei gesetzten Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Marzahn-Hellersdorf) und Bundes-Fraktionsvize Gesine Lötzsch (Lichtenberg), ebenso der auf Platz vier folgende Vize-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus Stefan Liebich (Pankow). Diesen ohne Gegenstimme beschlossenen Vorschlag des Landesvorstandes komplettieren Vize-Bundesparteichefin Halina Wawzyniak (direkt Friedrichshain-Kreuzberg) und Klaus Lederer (Mitte). Über diese und noch zu bestimmende weitere sechs Bewerber wird einzeln und geheim entschieden. Eine Kandidatur steht jedermann offen. Als sicher für einen Einzug in das Bundesparlament gelten die Plätze eins bis drei, gute Chancen bietet Platz vier.
Lederer setzt auf drei Direktmandate und den Listenplatz vier. Auch die beiden folgenden Kandidaten wollen sich für gute Ergebnisse engagieren. Die sieht die LINKE darin, im Osten stärkste Partei und im Westen möglichst überall über fünf Prozent zu kommen. Wiederholt oder auch übertroffen werden soll das Ergebnis der Bundestagswahlen von 2005 mit 16,4 Prozent.
Gut repräsentiert sei auf den aussichtsreichen Plätzen das »Reformlager«, räumte der Landesvorsitzende ein. Das sieht er aber ebenso wenig als problematisch an, wie die Vorherrschaft von Kandidaten aus dem Osten. Erwartet werden Kampfkandidaturen zum Beispiel von Hasko Hüning aus Steglitz-Zehlendorf gegen Stefan Liebich oder der Dipl. Sozialpädagogin Figen Izgen aus Tempelhof-Schöneberg gegen Halina Wawzyniak.
Am Vortag widmen sich über 170 Delegierte eines Parteitages der Bildung. Ein Leitantrag wurde nochmals verändert, beim Thema Gymnasien werde nun eine Sozialquote »nicht mehr explizit erwähnt«. Das Ziel bleibe jedoch bestehen, versicherte Lederer.
Parteitag am 28. 3. ab 9 Uhr, VertreterInnenversammlung am 29. 3. ab 10 Uhr, jeweils in »andel's Hotel«, Landsberger Allee 106, S-Bahnhof Landsberger Allee
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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