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Von Sarah Liebigt 08.04.2009 / Berlin / Brandenburg

PicketLine statt Ostermarsch

Berliner Friedensbewegung stellt Pläne für Proteste am Wochenende vor

Die Tradition des Ostermarsches wird in diesem Jahr abgelöst durch eine »Berliner Osterkundgebung« an der Gedächtniskirche. Wie die Organisatoren der diesjährigen Aktion am Dienstag bekannt gaben, verzichtet man wegen der zahlreichen zeitnahen Aktivitäten gegen den NATO-Gipfel auf den Marsch am Ostermontag: »Angesichts der vielen politischen Demonstrationen in den letzten Monaten halten wir eine weitere Demo im Moment für kontraproduktiv«, so Laura von Wimmersperg, Sprecherin der Berliner Friedenskoordination (Friko).

Daher lädt das Netzwerk der Friedenskoordination stattdessen zur Kundgebung auf dem Breitscheidplatz ab 12 Uhr am Ostersamstag.

Verschiedene Friedensbündnisse wollen bis 16 Uhr mit Reden und Musik gegen Krieg, Atomwaffen und Aufrüstung demonstrieren. Der Ort sei bewusst gewählt, um so Menschen, »die sonst nicht zum Ostermarsch kommen würden, damit zu konfrontieren, was in der Welt passiert«, so Jutta Kausch, Vertreterin der Organisation Künstler gegen den Krieg. Kausch wird am Samstag – wie schon auf vergangenen Osterkundgebungen – die Veranstaltung moderieren.

Die Sprecherin der Friko, Laura von Wimmersperg, betonte indes, in einer Zeit, in der immer weniger Menschen auf die Straße gehen, um zu demonstrieren, müsse man eine Diskussion in der Öffentlichkeit entfachen: So ist die Osterkundgebung auch ein Aufruf, sich an der Demonstration am Sonntag gegen das Bombodrom zu beteiligen. Beginn ist im brandenburgischen Fretzdorf um 14 Uhr.

Am Samstag solle es neben der Kundgebung auch Musik, Infostände und eine PicketLine geben. Auf der PicketLine sollen nach dem Vorbild aus den USA Demonstranten mit Schildern variierende Strecken auf dem Breitscheidplatz oder um die Gedächtniskirche laufen.

Neben Miroslaw Prokeš, dem Präsidenten der tschechischen Naturfreunde und Leiter der Kampagne gegen den Raketenabwehrschirm, ist unter anderen auch Roland Klautke vom Berliner Sozialbündnis als Redner angekündigt. Weiterhin sind Beiträge von Vertretern das Nah-Ost-Komitees in der Friko und der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) geplant.

An den Infoständen werden nach Angaben der Organisatoren die Institutionen der Redner sowie beispielsweise die LINKE und die Galerie Olga Benario vertreten sein. Musikalisch untermalt wird die Veranstaltung durch die Band Miserlou. Die sechsköpfige Gruppe mit internationaler Besetzung spielt Klezmer und Ska und mixt mexikanische Trommeln mit mehrstimmigen Bläsersätzen.

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