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Osterspaziergang für eine »Freie Heide«
Foto: ND/Burkhard Lange
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Berlin (Agenturen/ND). Am bundesweit größten Ostermarsch nahmen in Brandenburg rund 10 000 Menschen teil. Sie protestierten am Sonntag in Fretzdorf gegen die Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide als Bombenabwurfplatz der Bundeswehr.
Bereits am Sonnabend waren bundesweit mehrere tausend Menschen auf die Straßen gegangen. Ostermärsche und Kundgebungen fanden unter anderem in Berlin, Düsseldorf, Duisburg, München, Bremen, Oldenburg und Augsburg statt. Zum Abschluss der diesjährigen Ostermärsche demonstrierten am Montag in Dortmund, Frankfurt am Main, Hamburg, Chemnitz und Kassel erneut tausende Bundesbürger.
Die beherrschenden Themen der Ostermärsche waren die NATO-Strategie, der Krieg in Afghanistan und die Atomwaffen. Begrüßt wurde von einigen Rednern die Ankündigung von US-Präsident Barack Obama, sich für atomare Abrüstung stark zu machen. Kritisiert wurde der US-Präsident jedoch wegen seiner Afghanistan-Politik. Von der Bundesregierung wurde gefordert, für den Abzug der noch in Deutschland vorhandenen Atomwaffen zu sorgen. Kampf gegen die Atomwaffen gehöre zu den ureigenen Themen der Friedensbewegung, so der Bundesausschuss Friedensratschlag.
Auf dem Frankfurter Römerberg erinnerte der Gießener Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter daran, dass der damalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow bereits 1987 die Vision einer atomwaffenfreien Welt bis zum Jahre 2000 beschworen hatte. Ohne das Engagement der Friedensbewegung sei auf Ankündigungen führender Politikern jedoch kein Verlass, wie die Vergangenheit beweise. Vor dem Kasseler Rathaus beklagte der Fernsehschauspieler und Friedensaktivist Rolf Becker vor rund 600 Teilnehmern, dass Deutschland in den vergangenen zehn Jahren mit Jugoslawien, Afghanistan, Irak und Gaza an vier Kriegen direkt oder indirekt beteiligt gewesen sei. Der katholische Theologe Eugen Drewermann sprach sich am Montag für die Abschaffung der NATO aus. Bei dem Heide-Ostermarsch in Sachsen-Anhalt sagte er vor rund 300 Menschen in Stendal, das Militärbündnis sei ein Instrument der US-amerikanischen Hegemonialpolitik.
Trotz des traditionellen Charakters der fast 60 Jahre alten Bewegung beteiligten sich zunehmend junge Menschen an den Aktionen, erklärte das Ostermarschbüro. Den Initiativen sei es gelungen, mit ihren örtlichen Aktivitäten nahtlos an die zentralen Aktionen vor einer Woche gegen den NATO-Gipfel in Straßburg anzuknüpfen.
Die Ostermarsch-Bewegung hat ihren Ursprung in den 1950er Jahren in Großbritannien. Der erste Ostermarsch in der BRD fand 1960 statt. Nach einem Abflauen der Proteste wurde die Bewegung 1982 mit der Debatte über die NATO-Nachrüstung wiederbelebt.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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