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Von Kirsten Baukhage 14.04.2009 / Berlin / Brandenburg

Pennäler gegen Reli

Landesschülervertretung sieht sich laizistisch

Der Rat der Landesschülervertretung ist gegen ein Wahlpflichtfach Ethik/Religion und möchte den derzeit verbindlichen Ethikunterricht noch ausbauen. »Wir wollen, dass allen Schülern zusammen Werte wie Frieden, Toleranz und Freundschaft vermittelt werden. In unseren Augen wäre es ein Rückschritt, wenn die Schüler getrennt nach Konfessionen unterrichtet würden«, sagte der Sprecher des achtköpfigen Rates, Micha Schmidt, in einem Gespräch mit der dpa mit Blick auf den »Pro Reli«-Volksentscheid am 26. April.

Nach seiner Einschätzung ist das auch die Ansicht der Mehrheit der Schüler. »Die meisten Schüler in der Stadt, mit denen wir darüber diskutiert haben, sind gegen das Ansinnen des Volksentscheids«, sagte Schmidt. Er konnte allerdings keine Zahlen aufgrund von repräsentativen Schülerbefragungen dazu nennen.

Bei dem Volksentscheid sollen die Berliner darüber abstimmen, ob Religion künftig auch ein verbindliches Unterrichtsfach in Berlin wird. Eltern könnten dann von der 1. Klasse an entscheiden, ob ihre Kinder den Ethik- oder den konfessionsgebunden Religionsunterricht besuchen sollen. Die Initiative »Pro Reli« wird von den Kirchen, der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, dem Dachverband Türkisch-islamische Union, der CDU und der FDP unterstützt.

»Schule hat nicht die Aufgabe, Religionen zu befördern. Sondern sie hat die Aufgabe, gemeinsame Werte- und Moralvorstellungen für alle Schüler zu vermitteln, egal aus welcher Kultur oder Religion sie kommen«, sagte Schmidt. Sonst wäre im schlechtesten Fall denkbar, dass irgendwann die umstrittene Organisation Scientology als Kirche anerkannt werde und ebenfalls in die Schulen dränge, um ihre Werte zu vermitteln, sagte der Schülersprecher. »Da sind wir Anhänger des Laizismus (Trennung von Kirche und Staat).«

Der gegenwärtige Ethikunterricht müsse noch weiterentwickelt werden, forderte Schmidt. Es dürften nicht nur die Werte des Grundgesetzes in einer Art Staatsbürgerkunde vermittelt, sondern sie müssten auch erlebbar gemacht werden. »Dabei muss das Zwischenmenschliche, das Miteinander mehr im Vordergrund stehen«, sagte der Schülersprecher.

»Es muss diskutiert werden, warum gibt es diese Konkurrenzsituation in der Schule, warum werden bestimmte Schüler gemobbt, warum sind Lehrer und Schüler so gestresst? Wie können wir diesen Leistungsdruck abbauen? Wie gehen wir mit Gewalt an der Schule um?« Das Fach biete sich auch an, Schule an anderen Orten zu machen, beispielsweise ins Parlament, zu Gewerkschaften oder Verbänden zu gehen oder sich diese ins Klassenzimmer einzuladen. dpa

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