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17.04.2009

Zu Idioten gestempelt

Andreas Dresen:

Der Filmregisseur Andreas Dresen hat das Verschwinden der »Filmkultur des Ostens« beklagt. »Der Osten hat sein Erbe auch in Form von Filmen hinterlassen, guten wie schlechten«, meint Dresen in einem Beitrag in der »Zeit«. »Filme bleiben. Sie erzählen etwas über die Wirklichkeit eines Landes, das es nicht mehr gibt. Aber die Filmkultur des Ostens hat sich nach dem Umbruch nicht nur verändert, sie ist verschwunden, ähnlich wie die meisten ihrer Protagonisten.«

Im Westen hingegen sei die Filmlandschaft nach dem Mauerfall weitgehend unbeeinflusst geblieben. »Man hat einfach so weitergemacht wie bisher«, meint Dresen. Und Filme wie das Stasi-Drama »Das Leben der Anderen« von Florian Henckel von Donnersmarck hätten »mit der DDR so viel zu tun wie Hollywood mit Hoyerswerda«. Der Film erzähle, durchaus wirkungsvoll, »das Märchen vom guten Menschen, der in jedem von uns steckt, auch im schlimmsten Stasi-Denunzianten. ... Der Wahrheitsfindung dient es nicht.«

»Geschichte wird von Siegern geschrieben«, meint der zwei Jahre nach dem Mauerbau 1963 geborene Filmemacher. »Ich sage das ohne Verbitterung, denn das war schon immer so. Und ich möchte weder die DDR zurückhaben noch das DEFA-Studio. Keinesfalls. Besser im Dschungel als im Zoo.« Aber das jüngste »Pauschalurteil« seines Kollegen Volker Schlöndorff über »die furchtbaren DEFA-Filme« sei »von einem Regisseur dieses Ranges« nicht zu erwarten gewesen. Eine solche »flapsige Bemerkung« treffe vor allem diejenigen, »die mit der Kunst des Ostens eigene Lebens- und Welterfahrung verbinden. Ob sie nun Filmemacher oder Publikum waren – hier werden sie zu ahnungslosen Idioten gestempelt, die von Hochkultur keine Ahnung haben«. dpa/ND

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