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Harald Neuber 05.05.2009 / Ausland
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Ricardo Martinelli / Der Unternehmer wird neuer Präsident Panamas

Der 52-jährige Unternehmer Ricardo Martinelli ist Gründer der Discountkette »Super 99« mit 35 Filialen im mittelamerikanischen Panama. Er ist Präsident der privaten Fernsehkonzerne Televisora Nacional und Direct TV. Und er steht den Unternehmen Gold Mills, Global Bank, Plastigol und Avipac vor. Am Sonntag wurde der Sohn italienischer Einwanderer in eine weitere Funktion gewählt: Martinelli wird am 1. Juli Präsident Panamas. Mit gut 60 Prozent der Stimmen setzte sich der Kandidat des rechten Parteienbündnisses »Allianz für den Wandel« gegen Balbina Herrera durch, die für die regierende Demokratisch-Revolutionäre Partei (PRD) antrat und nur auf 37 Prozent der Stimmen kam.

Martinelli ist kein Neuling in der panamaischen Politik. Schon 2004 hatte sich der ehemalige Kanalminister um das höchste Staatsamt beworben. Damals erreichte er mit 5,3 Prozent nur den vierten Platz. Dass er nun 55 Prozentpunkte zugelegt hat, gab seinen Widersachern Grund zu harscher Kritik. Martinelli habe mit Hilfe seiner Unternehmer- und Medienmacht eine »schmutzige Kampagne« gegen die PRD und ihre Verbündeten geführt. Tatsächlich bestand seine Stärke auch in der Schwäche der regierenden PRD und ihres scheidenden Präsidenten Martin Torrijos, der sich nicht zwischen einer US-nahen Politik und einer Annäherung an die linke Staatenmehrheit Lateinamerikas entscheiden konnte.

Von dieser Unbestimmtheit profitierte Martinelli, der eine schnelle Lösung der sozialen Probleme versprach. Panama-Stadt soll für 100 Millionen US-Dollar eine U-Bahn bekommen. Den bis zu 40 Prozent armen Panamaern soll rasch geholfen, die Kriminalität soll bekämpft werden.

Außenpolitisch sind Martinellis Pläne konkreter. Er werde Panamas Vertreter aus dem Mittelamerikanischen Parlament zurückziehen und möglichst bald einen Freihandelsvertrag mit den USA unterzeichnen. Nach seinem Studium auf einer US-Militärakademie fühlt er sich zu Washington ohnehin mehr hingezogen als zu Caracas oder gar Havanna. Ob die Bevölkerung diese Politik fernab der populistischen Wahlversprechen gutheißt, ist fraglich. Um eine Wiederwahl muss sich Martinelli indes nicht sorgen: Ohnehin steht Panamas Präsidenten nur eine fünfjährige Amtszeit zu.

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