Wer im Hotel wohnt, braucht sich um die Wäsche nicht zu sorgen. Sie wird aufgezogen, abgezogen, ausgetauscht, ist immer da und immer frisch, weiß, flauschig, ein praktisches Vergnügen für die Sinne. Wer in Berlin im Hotel wohnt, schläft, wenn es mindestens vier Sterne hat, in Wäsche, die beinahe so weit gereist ist und mindestens so viele Grenzübertritte hinter sich hat wie der Gast. Denn es sind polnische Arbeiterinnen, die die Berliner Sternewäsche waschen, mangeln und legen, sieben Tage die Woche, 364 Tage im Jahr, im Schichtbetrieb rund um die Uhr.
Die Großwäscherei gehört einer deutschen Firma, der heiße Dampf für die Mangeln ist Abfallprodukt des Kraftwerks nebenan und deshalb billig, und dass sich die ganze Verschickung trotz des logistischen Aufwands und hoher Spritkosten rechnet, spricht ja für sich und Bände über das Lohngefälle innerhalb Europas.
Hans-Christian Schmid, einst mit seinem Spielfilm »Lichter« im deutsch-polnischen Grenzgebiet unterwegs, hat sich das Alltagsleben der Frauen angesehen, die dafür sorgen, dass die Morgenmäntel im Hotel Adlon immer schön fluffig sind. Er fand Menschen, die in einer strukturschwachen Gegend froh sind über den halbwegs sicheren Arbeitsplatz. Menschen aber auch, deren Alltag kaum ferner sein könnte von dem Leben derjenigen, die Nutznießer ihrer Arbeit sind.
Ein Mann, ein Computer und kein Geld Die Kunst zu gewinnen - Moneyball von Bennett Miller
Prostitution: Ein Studentjob wie jeder anderer?
Preis: 14,95 €
Preis: 15,90 €
Werbung:
Werbung: