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Den entscheidenden Satz zum heutigen 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits vorgestern auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen: »Man kann nicht voraussagen in der Geschichte, wann etwas umkippt zum Guten.« Wenn das schon »in der Geschichte« galt, wie soll das erst in der Zukunft möglich sein? Doch gemach, es war nicht alles schlecht in der Bundesrepublik, auch wenn es gelegentlich so aussah. Zumindest der Ost-West-Austausch muss als gelungen angesehen werden: Ein Dachdecker aus dem Saarland konnte Staatsoberhaupt und Chef der führenden Partei der DDR werden, umgekehrt eine in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsene Pfarrerstochter Regierungschefin und Vorsitzende der mächtigsten Partei der BRD.
Und die Bundeskanzlerin offeriert noch eine wichtige Botschaft: Sie habe die Hoffnung, dass »die DDR in der Bundesrepublik auf-, nicht untergeht«. Doch Hoffnung allein, das weiß Frau Merkel, reicht nicht. »Freiheit muss gelebt werden«, sagt sie zu Recht. Da geht sie mit gutem Beispiel voran: Gemeinsam mit der Moderatorin Sandra Maischberger gründete sie in der ARD (ND-Screenshot) – pünktlich zum Jubiläum – den ersten öffentlichen Lesezirkel der sozialistischen Tageszeitung Neues Deutschland. Da mag es vielleicht doch noch klappen, dass bald »etwas umkippt zum Guten«. jrs
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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