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Mittenwald (ND-Hintze). Im bayerischen Ferienort Mittenwald erinnert nun auch ein Denkmal an die Verbrechen von Gebirgsjägern der deutschen Wehrmacht. Bei dem »Stein des Anstoßes«, der am Sonnabend auf dem Bahnhofsvorplatz im Beisein von rund 200 Antifaschisten enthüllt wurde, handelt es sich um eine Vitrine, die Steine von Hausruinen aus dem italienischen Ort Falzano di Cortona zeigt. Deutsche Gebirgsjäger hatten im Juni 1944 14 Bewohner dieses Dorfes ermordet. Der Befehlshaber des Massakers, der heute 90-jährige Josef Scheungraber, muss sich dafür derzeit in München vor Gericht verantworten. In Italien wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.
Seit Anfang der fünfziger Jahre versammeln sich alljährlich alte Kameraden aus den Wehrmachtsverbänden zusammen mit jungen Soldaten aus aktiven Gebirgsjäger-Einheiten in Mittenwald zur »Traditionspflege«. Drei Mahnmale ehren am Ort die deutschen Kriegstoten, die gefallenen Gebirgsjäger des 2. Weltkrieges, ja sogar die Maultiere, die den Gebirgssoldaten als Transportmittel dienten. Nach jahrzehntelangen Protesten von Antifaschisten aus ganz Europa stiftete der »Arbeitskreis Angreifbare Traditionspflege« der Gemeinde nun ein Monument für die Opfer. »Gedacht als bleibender Gedenkort an einem Platz, an dem Kriegsverbrecher ausgebildet wurden und nach wie vor geehrt werden«, betonte der Hamburger Lars Reissmann.
Das Denkmal ist eine Schenkung. Der Mittenwalder Bürgermeister wurde zur Einweihung eingeladen, ließ jedoch mitteilen, dass er im Urlaub sei. Noch ist offen, ob der CSU-dominierte Gemeinderat den »Stein des Anstoßes« stehen lässt.
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