Wer wollte nicht schon mal seinem Chef eins auswischen, ihn beschimpfen, schlagen oder vielleicht auch – nun ja – beißen. Aber wer traut sich das schon. Unsere nächsten Artverwandten sind da weniger zurückhaltend, wie der Fall Pedro wieder zeigt.
Eigentlich ist Pedro ja ein »ganz Lieber«, frisst gern Obst und hält dem Zoo schon 25 Jahre lang die Treue. Was mag ihn nur geritten haben, seinen Chef so übel zuzurichten? War es die Nuss, die dieser ihm statt der geliebten Banane reichen wollte, seine aufdringliche Nähe so dicht am Gitter oder nur allgemeines Imponiergehabe – wir werden es wohl nie erfahren. Wer weiß schon, wie ein Schimpanse so tickt.
Aber dass jetzt ausgerechnet der Rücktritt des Zoodirektors gefordert wird, stellt selbst die Tierwelt auf den Kopf. Seit wann wird denn des Opfer bestraft und nicht der Täter? Tierfreunde haben dem Bernhard Blaszkiewitz schon allerhand vorgeworfen: Dass er ein Katzen-Killer ist, Tiere für den Schlachter züchten lässt oder mit Neumünster einen Eisbären-Krieg angezettelt hat. Alles hat nicht zum Rücktritt gereicht.
Da sollten die Tierschützer ihrem Affen jetzt nicht so viel Zucker geben. Ohne sie wäre das alles nicht passiert. Wegen Platzmangels sollte Pedro schon 2003 nach China abgeschoben werden, was sie jedoch verhinderten. Sie hatten Angst um seine Gesundheit. Die wünschen wir trotz allem dem Zoodirektor.
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