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Fragwürdig

Unheimliche CO2-Endlagerung?

Werner Asmus zum Kampf gegen die Kohlendioxidspeicherung (CCS)

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Der Vizevorsitzende der nordfriesischen Bürgerinitiative »CO2-Endlager-Stoppen« ist Bürgermeister von Wallsbüll.

ND: CCS – mal ehrlich: Haben Sie sich vor zwei Jahren schon damit beschäftigt? Wann kamen Sie mit dem Thema in Berührung?
Asmus: Erstmals habe ich mich der gesamten Problematik auf einer Informationsveranstaltung vom Energieversorger RWE für hiesige Bürgermeister gestellt. Knapp zwei Wochen später hat sich die Bürgerinitiative gegründet.

Inwieweit glauben Sie, dass auch der viel beschriebene St.-Florians-Gedanke ihren Protest prägt und zusammenhält?
Überhaupt nicht. Es geht um die Ablehnung der Idee, weiter auf energiepolitisch veraltete Kohle zu setzen. Der CCS-Vorstoß ist ein Angriff auf die alternativen Energien, mit denen wir hier in Schleswig-Holstein weit vorn liegen.

Wovor haben die Menschen konkret Angst? Vor der angepriesenen Technologie oder vor etwas, was sie nicht kennen?
Es sind die Risiken einer unerprobten Endlagerung unter bewohntem Gebiet, die allen hier unheimlich ist. Wir fürchten um unsere Gesundheit und unser Leben. Wenn wir Endlagerregion werden, liegt doch ein Imageverlust für die Landwirtschaft bis hin zu Lieferverboten bei möglichen Unfällen auf der Hand. Zweifellos wird der Fremdenverkehr, eine wichtige Einnahmequelle gerade hier in Nordseenähe bei nicht so dichter Besiedelung, Schaden nehmen. Immobilienpreise dürften sinken.

Wie groß ist die Initiative inzwischen? In den letzten Tagen fiel oft der Begriff Bürgerbewegung.
Eine treffende Bezeichnung. Es machen Unternehmer, Hausfrauen und pensionierte Senioren mit. Wir arbeiten parteiübergreifend. In vier Wochen sind 2500 Mitglieder zusammengekommen – es werden stündlich mehr.

Mit verbalem Widerstand und inzwischen zwei Montagsdemonstrationen in Niebüll haben sie die Politik wach gerüttelt. Glauben Sie, dass die Politiker sachlich und inhaltlich überzeugt wurden, oder spielen überwiegend wahltaktische Gesichtspunkte eine Rolle?
Das vermag ich nicht zu sagen, will Letzteres aber nicht ausschließen. Wir werden mit unserem Druck jedenfalls nicht nachlassen.

Ist in Ihrer Region vorwiegend die Verhinderung einer CO2-Speicherung das Ziel oder ist allen bewusst, dass es um Klimaschutz und Energiepolitik geht?
Es macht die Leute wütend, dass so getan wird, als sei eine eigentlich schmutzige CO2-Endlagerung aus Kohleverbrennung eine saubere Klimaschutzoption.

Überwiegen also die Inhalte oder die Emotionen in dieser Auseinandersetzung?
Wenn uns unterstellt wird, bei uns schlügen Emotionen hoch, dann basieren diese auf Fakten und nicht auf Panikmache!

Schleswig-Holsteins Politiker hat ihre Mission offenbar zum Nachdenken, zum Teil auch zum Umdenken gebracht. Wie kommt Ihre Botschaft in anderen Bundesländern und bei den Bundestagsabgeordneten an, denn die Gesetzgebungsmusik spielt ja in Berlin?
Wir knöpfen uns erst mal unsere Abgeordneten vor und werden bei denen nicht locker lassen!

Was sind die nächsten Schritte?
Wir sammeln weiter Unterschriften für eine Anhörung im Petitionsausschuss, nutzen unsere regelmäßigen Mittwochs-Stammtische zum Informationsaustausch und zur Vernetzung, und dann gibt es am 4. Juli eine Großdemonstration an der B 199 bei Hörup-Stadum. Fragen: Dieter Hanisch

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