Jeden Abend erklärt uns Peter Mezger von der ARD hoch oben überm nächtlichen Teheran den Ernst der Lage in Iran. Fernab vom Geschehen, denn leider verbietet das Regime jegliche Aufnahmen, klagt die Tagesschau und nennt den Grund: Das Regime habe Angst vor der Wahrheit. ARD und ZDF und jede Menge Journalistenverwaltungsorganisationen, ja sogar der Außenminister, protestierten und forderten das Recht auf freie Berichterstattung ein.
Derzeit wird in den Hauptnachrichten auch mal wieder über die Bundeswehr in Afghanistan berichtet. Schließlich gab es – so beklagt derselbe Außenminister – einen feigen Überfall der Taliban auf Deutschlands »bewaffnete Sozialarbeiter«. Und dann werden neben einem bei einer Übung hin und her fahrenden Schützenpanzer politische Maulhelden der Republik vorgeführt.Voran der Herr Verteidigungsminister. Er leugnet noch immer glattweg, dass in Afghanistan so etwas wie Krieg tobe.
Mal abgesehen davon, dass Kriege heute nicht mehr aussehen wie Angriffe auf Coventry oder Dresden – von dem, was in Afghanistan vorgeht, hat der Nachrichtenkonsument an der »Heimatfront« doch nicht die geringste Ahnung. Auch, weil uns keine Bilder vom Krieg erreichen. Nicht einmal per Handy aufgezeichnete Sequenzen wie aus Teheran. Woran das wohl liegt? Unter anderem daran, dass unser Militär in aller Stille das perfektionierte, was die Amerikaner beim Überfall auf Irak »embedded journalists« nannten. Also das Abwürgen der ehrlichen Berichterstattung. Berichtet wird in Wort wie Bild nur, was der Regierungspolitik nützt. Also findet Krieg nicht statt – in GEZ-kompatiblen Wohnzimmern.
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