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Von Martin Meier
04.07.2009
Kriegsgeschichte

Poltava

Im Jahre 1700 sah sich der blutjunge schwedische Monarch Karl XII. von einer Koalition

scheinbar übermächtiger Feinde angegriffen. Sachsen, Dänemark und Russland trachteten danach, die Vorherrschaft Schwedens im Ostseeraum zu brechen. Mochte der 18-jährige Karl auch politisch unerfahren sein, so war er doch einer der talentiertesten Heerführer der Neuzeit. Das dänische Heer besiegte er noch im Jahr des Kriegsbeginns. Bereits wenige Monate später schlug er die russischen Truppen an der Narva und widmete sich nun seinem schwächsten Gegner – Sachsen. 1706 gab dieser sich geschlagen. Im Juni 1708 marschierten die schwedischen Verbände aus Sachsen ab, um Russland endgültig zu besiegen. Nun jedoch verebbte das Kriegsglück Schwedens. Verlustreiche Schlachten und eine sich verschlechternde Versorgungslage schwächten Karls Heer. Das Kräfteverhältnis verschob sich zu seinem Ungunsten. Er führte im Frühjahr noch etwa 25 000 Mann ins Feld. Zar Peter stellte ihm 45 000 entgegen.

Karl hoffte, seinen russischen Widersacher zur Entscheidung zu zwingen, indem er die Festung Poltava angriff. Bereits der Aufmarsch gestaltete sich unglücklich. In stockfinsterer Nacht verirrten sich einige Bataillone. Das Überraschungsmoment entfiel. Die alarmierten Russen erwiesen sich als meisterhafte Pioniere. In der Zeit, da die Schweden Marschordnung einnahmen, errichteten sie behelfsmäßige Feldbefestigungen.

Die schwedische Formation riss auseinander, da einige Bataillone diese Bedrohung der Flanke ausschalten mussten. Ein Drittel der Kräfte war somit gebunden. Voll entfaltet, empfingen die Russen ihren deutlich verminderten Gegner, der sich noch in Marschformation bewegte. Seine eilends gebildete Front drückten die russischen Truppen schnell ein. Karls Infanterie gelang ein Ausweichen nur unter erheblichen Verlusten. Mochte jener auch noch bis zu seinem Tode 1718 seinen Gegnern die Stirn bieten – die Poltavaer Schlacht blieb Auslöser des schwedischen Niedergangs. 20 000 Menschen hatte sie am 8. Juli 1709 das Leben gekostet.

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