Magnus Karlsen
Foto: Kohlmeyer
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Magnus Carlsen machte von Beginn an klar, dass der Sieg in Dortmund nur über ihn führt. Zur Halbzeit des Schachturniers der Weltelite führte der 18-jährige Norweger mit einem halben Punkt vor den Favoriten Wladimir Kramnik (Russland) und Peter Leko (Ungarn). Carlsen hatte mit einem Sieg gegen den Russen Dmitri Jakowenko begonnen, dann dreimal Remis gespielt und zuletzt Lokalmatador Arkadij Naiditsch vom Brett gefegt. Kramnik und Leko konnten in der ersten Turnierhälfte nur je einen Sieg vorweisen. Das war bislang zu wenig, um den »Mozart des Schachs«, wie das Talent Carlsen bezeichnet wird, ernsthaft zu gefährden.
»Seine Karriere beginnt jetzt erst richtig«, sagte ein Freund von Carlsens Familie. Vor wenigen Wochen hat der schlaksige Bursche zu Hause im norwegischen Lommedalen erfolgreich das Sportgymnasium absolviert und ist jetzt Vollprofi. »Magnus interessiert sich sehr für Geografie und Geschichte, aber er fängt kein Studium an, sondern konzentriert sich in nächster Zeit voll auf seine Schachkarriere«, erklärte Carlsens Vater Henrik in Dortmund.
Jeden Tag vollzieht der junge Großmeister im Schauspielhaus das gleiche Ritual. Nie kommt er ohne Orangensaft auf die Bühne. Er setzt sich, vergräbt das Gesicht in die Hände und wartet auf den Startgong. Nach den Eröffnungszügen sieht er auf die Leinwand zu den anderen Partien. Die Experten rühmen Carlsens strategischen Blick und seine großartige Stellungsbeurteilung. Meist überlistet Magnus seine Gegner im Endspiel, wo er besonders stark ist.
Der Weltranglistendritte hat bei den Dortmunder Schachtagen bisher alles unter Kontrolle. Gegen Kramnik begnügte er sich mit Weiß mit einem Kurzremis. Noch ehe eine Stunde vorbei war, gab der Skandinavier mit seiner Dame Dauerschach, worauf beide Superstars die Friedenspfeife rauchten.
Ob der Russe es ihm im zweiten Durchgang, wenn er sozusagen Aufschlag hat, auch so leicht machen wird, muss abgewartet werden. Carlsen bleibt in Dortmund der Gejagte. Die Küken werden dort auch erst am Sonntag gezählt. Dann wird beim stärksten Schachturnier auf deutschem Boden die letzte Runde gespielt.
Halbzeitstand: 1. Carlsen (Nor) 3,5 Punkte, 2. Kramnik (Rus) und Leko (Ung) je 3,0, 4. Jakowenko (Rus) 2,5, 5. Bacrot (Fra) 2,0, 6. Naiditsch (Dortmund) 1,0.
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