Sprungmarken: Inhalt, Navigation.
Schnellsuche

Erweiterte Suche

Von Anke Engelmann, Erfurt 16.07.2009 / Inland

Aus dem Knast nach Kamerun

Behörde will renitenten Asylbewerber abschieben

Die Ausländerbehörden in Thüringen schieben anscheinend gern ab, wenn sie aufmüpfige Asylbewerber loswerden wollen. Aktuelles Beispiel: Felix Otto. Nach der Verurteilung zu acht Monaten Haft wegen Verstoßes gegen die Residenzpflicht droht dem 31-Jährigen nun die Abschiebung.

Felix Otto darf abgeschoben werden, entschied gestern das Amtsgericht Suhl einen Antrag der Ausländerbehörde des Saale/Orla-Kreises. Die Flüchtlingsorganisation »The Voice Refugee Forum Jena« kritisierte das Verfahren als ungesetzlich, da Ottos Anwältin nicht informiert worden und deshalb nicht anwesend war. Die Ausländerbehörde habe dem Gericht verschwiegen, dass Otto eine Rechtsbevollmächtigte habe. Otto selbst sei die gerichtliche Ladung zwei Tage vor dem gestrigen Termin ausgehändigt worden, so »The Voice«.

Der aus Kamerun stammende Mann, der in Handschellen und Fußfesseln vorgeführt wurde, sitzt derzeit eine achtmonatige Haftstrafe wegen Verstoßes gegen die Residenzpflicht ab. Diese Auflage untersagt es Asylbewerbern, sich ohne Genehmigung außerhalb des Landkreises zu bewegen, dem sie zugewiesen wurden.

In Kamerun sei Felix Otto in Lebensgefahr, warnt »The Voice«. So berichtet Amnesty International von Repressalien gegen Regimegegner, willkürlichen Verhaftungen und Hinrichtungen. Im Vorfeld der 2011 anstehenden Präsidentenwahlen würden die Menschenrechtsverletzungen in Kamerun weiter zunehmen, so Amnesty International weiter. Otto war vor der Herrschaft des Diktators Paul Biya geflohen. Sein Asylantrag war abgelehnt worden.

»The Voice«, bei der sich Otto gegen die Residenzpflicht engagierte, hatte gegen die Verurteilung des Afrikaners mobil gemacht. So seien hunderte Protestbriefe beim thüringischen Inenministerium eingegangen. Die Initiative vermutet, die Ausländerbehörde wolle den renitenten Asylbewerber loswerden und hat für den heutigen Donnerstag Proteste vor dem Gefängnis Goldlauter angekündigt, wo Otto einsitzt.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar schreiben (Login erforderlich)
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

62. Berlinale

Am 9. Februar begann die 62. Berlinale. Motto: Im Zeichen der Aufbrüche und Umbrüche in der Gesellschaft. Bis zum 19. Februar rund 400 Werke aus aller Welt gezeigt. Im Wettbewerb der Berlinale konkurrieren acht Filme um den Goldenen und mehrere Silberne Bären. Siehe auch: Filmquiz - Rätseln Sie mit!

Alle Dossiers

Facebook
Twitter
Umfrage

Leserpreis 2012

Auszeichnung beim »Fest der Linken«
nd-Probeabo

Jetzt »nd« testen

Hier Ihre kostenlose Leseprobe bestellen.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.