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Sie hat eine Mission, eine Lebensaufgabe. Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich Felicia-Amalia Langer für Frieden zwischen Israelis und Palästinensern. Nun wurde sie dafür mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die 79-Jährige hat viel Leid und Ungerechtigkeit in ihrem Leben erfahren. In Polen geboren, musste sie als Jüdin 1939 mit ihren Eltern vor der Besatzung durch die Nazis in die Sowjetunion fliehen. 1949 heiratete sie Mieciu Langer und wanderte mit ihm zusammen in das noch junge Israel aus. Mieciu Langer hatte fünf Konzentrationslager durchlitten und überlebt.
1959, als ihr Sohn Michael sechs Jahre alt war, begann die spätere Trägerin des alternativen Nobelpreises (Right Livelihood Award) an der Hebräischen Universität von Jerusalem Rechtswissenschaften zu studieren. Zunächst sah sie ihre Aufgabe darin, die Unterprivilegierten in Israel zu verteidigen. Der Sechs-Tage-Krieg 1967 war der Wendepunkt in ihrem Leben. Sie begann, Palästinenser vor israelischen Militärgerichten zu vertreten, kämpfte gegen Enteignung, Häuserzerstörung, Unrecht. Aus ihren Tagebuchnotizen entstanden ihre ersten Bücher. Ihre letzte Veröffentlichung trägt den Titel »Um Hoffnung kämpfen«. Denn kämpfen musste sie schon immer. Und die Hoffnung gab sie nie auf.
Aus Protest gegen Israels Politik schloss sie ihr Anwaltsbüro und zog 1990 zusammen mit ihrem Ehemann nach Deutschland. Dort übernahm sie Lehraufträge an der Universität Bremen und Kassel. Für ihren unermüdlichen Einsatz für einen gleichberechtigten Frieden zwischen Palästinensern und Israelis erntete sie jedoch nicht nur Zustimmung. Dass sie jetzt das Bundesverdienstkreuz bekommt, bezeichnet sie selbst als »Sensation«. Doch Protest ließ nicht lange auf sich warten. Die israelische Zeitung »Jerusalem Post« schrieb am Wochenende, Langer zähle zu den »giftigsten Kritikern Israels«. Auch Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, kritisierte Langers jüngste Auszeichnung und bezeichnete sie als »militanten und fanatischen Israel-Hasser«. Doch von solchen verbalen Attacken hat sich die in Tübingen lebende Menschenrechtsanwältin nie beeindrucken lassen. Sie ist sich stets treu geblieben. Dafür gebührt ihr Respekt.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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