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Internationales Camp in Kurdistan

Internationalistische Gruppen wollen auch Forderung nach staatlicher Souveränität kritisch diskutieren

Die Zahl der linken Sommercamps ist groß. Doch das Internationale Camp in Nordkurdistan fällt nicht nur wegen des Termins aus dem Rahmen. Vom 25. bis 30. September werden Linke aus verschiedenen Ländern mitten im Zentrum von Diyarbakir, der heimlichen Hauptstadt Kurdistans, ihre Zelte aufschlagen. Das Camp ist in das Mesopotamische Sozialforum (MSF) integriert, das zeitgleich ebenfalls in Diyarbakir stattfindet. Während sich auf dem MSF soziale Bewegungen aus der Region treffen und vernetzen wollen, geht es beim Internationalen Camp um den Austausch linker Bewegungen aus verschiedenen Ländern. »Vor allem in Deutschland, Frankreich und dem Baskenland wird für das Camp mobilisiert«, erklärt Jutta Sommerfeldt gegenüber ND. Die Berliner Internationalistin ist an der Campvorbereitung beteiligt. Zunächst war die Mobilisierung schwer, weil der Termin erst seit knapp einem Monat feststeht. Aber bei Vorbereitungstreffen in verschiedenen deutschen Städten sei das Interesse groß gewesen, meint Ines Schlögel, die ebenfalls zur Campvorbereitung gehört.

Bei den Treffen werden nicht nur technische Probleme geklärt. Mehrere Arbeitsgruppen bereiten Beiträge für das Camp vor: Die Themenpalette reicht von Umweltschutz, alternativer Ökonomie über die Geschichte des linken Widerstands in Westdeutschland bis zu feministischen Diskussionen. Eine Arbeitsgruppe will eine kritische Debatte zu der Frage anstoßen, ob die Forderung nach staatlicher Souveränität überhaupt noch eine emanzipatorische Politik voranbringen kann. Auch wenn diese Themen gerade in der europäischen Linken sehr heftig diskutiert werden, sollen sie auf dem Camp nicht unter sich bleiben, betont Sommerfeldt. »Dort werden Aktivistinnen der kurdischen Frauenbewegung und Mitglieder kurdischer Jugendverbände mitdiskutieren.«

Die Vorbereitungsgruppe sieht in dem Camp ein großes Experiment. Die Infrastruktur steht, aber die Teilnehmerzahl wird erst vor Ort klarwerden. »Sie kann zwischen 50 und 200 liegen«, so Sommerfeldt. Auch wie es weitergehen soll, entscheidet sich erst dort. »Ob es regelmäßig solche Camps gibt oder ob die Solidaritätsarbeit in Europa verstärkt wird, hängt von den Diskussionen vor Ort ab.« Die Tage unmittelbar nach dem Camp sind für viele Teilnehmer allerdings schon verplant. Sie wollen an den Protesten gegen ein IWF- und Weltbanktreffen in Istanbul teilnehmen. Linke Gruppen laden vom 1. bis 8. Oktober zu einem Widerstandsfestival in die türkische Metropole.

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