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20.08.2009
Fragwürdig

Gibt Kaiser Wilhelm Gas?

Historiale-Initiator Wieland Giebel über sein Berliner Geschichtsfestival

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Wieland Giebel begründete 2006 die Historiale in Berlin. und ist Geschäftsführer des Verlages Berlin Story.

ND: Sie sind der Initiator der Historiale vom 24.8. bis 30.8. in Berlin. Zum wievielten Mal findet das Geschichtsspektakel statt?
Giebel: Wir starteten 2006. Damals setzten wir in Szene, wie Napoleon in Berlin einmarschierte und wie sich das auf die Stadt auswirkte. Im letzten Jahr hatten wir zwei Veranstaltungen: die Märzrevolution 1848 und Berlin zu Zeiten Friedrich II.

Jetzt haben Sie ja als Thema die Kaiserzeit und die Moderne gewählt. Wollen Sie Kaiser Wilhelm wiederhaben?
Nein, keinesfalls! Wir wollen einfach lebendig darstellen, was in dieser Zeit geschah, was geschaffen wurde und was noch vorhanden ist.

Zum Beispiel?
Da kann man bei den Schulen anfangen und bei der Anlage der modernen Kanalisation aufhören. Es war ja nicht nur die Zeit der drei Kaiser Wilhelm Eins und Zwo sowie Friedrich III. Es war ja auch die Zeit, als eine hygienische Infrastruktur geschaffen wurde.

Kritiker halten Ihnen ja vor, dass Sie historische Ereignisse geschönt darstellen, zum Beispiel den Einmarsch Napoleons oder nun die deutsche Kaiserzeit. Was sagen Sie denen?
Wir wollen mit dem aktuellen Geschichtsfestival auf keinen Fall die Kaiserzeit verherrlichen. Deshalb lassen wir während eines Kongresses verschiedene Persönlichkeiten aus jener Zeit in historischen Interviews zu Wort kommen.

Mit wem wird denn da diskutiert?
Natürlich darf Wilhelm II. mit seinen Facetten nicht fehlen. Er ließ sich ein eigenes Gaspedal in seinen Mercedes einbauen und im Schloss ein Blockheizkraftwerk errichten. Auf der anderen Seite versuchen wir Antworten zu finden, zum Beispiel auf die Frage: War die Militärstrategie zur Kaiserzeit immer schon offensiv national? Außerdem treten als Interviewpartner Otto von Bismarck und auch Rosa Luxemburg auf.

Wo wurden Kaiserinnen und Kaiser engagiert?
Die Protagonisten kommen aus ganz Deutschland. Das sind Geschichtsdarsteller, die sich intensiv mit der Kaiserzeit beschäftigen. Auch die rund 300 Statisten sind Geschichtsdarsteller. So kann die Szenerie möglichst authentisch wiedergegeben werden.

Und wo beschaffen Sie die Kostüme?
Die bringen die Darsteller mit. Der Rest wird vom Filmstudio Babelsberg eingekleidet.

Was kostet es, Geschichte auf diese Weise erlebbar zu machen?
Im Schnitt müssen wir 200 000 Euro veranschlagen.

Und wie wird das finanziert?
Das wird aus dem Verlag Berlin Story finanziert. Außerdem beteiligt sich die Wohnungsbaugesellschaft Mitte, da etliche Veranstaltungen im Nikolaiviertel stattfinden.

Wie kamen Sie auf die Idee, Geschichte für jedermann erlebbar zu machen?
Bei Reisen durch England und Irland besuchte ich auch Freilichtmuseen. Dort wird lebendig Geschichte dargestellt. 1997 rief ich dann zum 350. Bestehen des Boulevards Unter den Linden ein Straßenfest aus, unterstützt von der Gesellschaft Historisches Berlin. Vor drei Jahren wagte ich mich dann an Napoleon Bonaparte.

Fragen: Andreas Heinz

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