Seit Jahren warnen Experten vor der leichtsinnigen Preisgabe persönlicher Daten im Internet. Doch entsprechende Untersuchungen belegen, dass vor allem junge Menschen keine Angst vorm Großen Bruder haben. Dem anonymen Netz offenbaren sie Vorlieben, Hobbys und manchmal noch Intimeres. In einer entgrenzten Welt kommuniziert man oft nur noch über Datenleitungen. Aber das Internet ist eben nicht nur ein Ort der privaten Kommunikation, sondern auch ein riesiger Datenkollektor. Unsichtbare Geheimdienste und Polizeibehörden beobachten die Netzgemeinschaft. Ebenso durchforsten private Anbieter wie Google das Netz. Immer auf der Suche nach Daten, die an interessierte Kunden veräußert werden können. Wenn nun bekannt wird, dass deutsche Arbeitgeber via Internet versuchen, mehr über Bewerber in Erfahrung zu bringen, kann das kaum verwundern. Das Netz macht eine schnelle Recherche möglich. Wer das falsche Hobby hat oder sich im falschen Verein engagiert, wird nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Der Betroffene erfährt nicht einmal, warum man ihm absagt. Doch wie kann der Datenmissbrauch unterbunden werden? Zuallererst ist natürlich der Internetnutzer gefordert. Jeder entscheidet, welche Informationen er der Netzgemeinde – und damit auch seinem Arbeitgeber – preisgibt. Der Gesetzgeber müsste seinerseits den Handel mit Daten erschweren und Seitenbetreiber verpflichten, private Kundeninformationen besser zu schützen.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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