Die Punktsieger heißen Lula und Fernández de Kirchner. Der mit Spannung erwartete außerordentliche Gipfel der Union der Südamerikanischen Nationen (UNASUR) entlud sich nicht in einem großen Knall. Die offene, diplomatische Kampfansage an die USA und Kolumbiens Präsidenten Álvaro Uribe wegen der geplanten Nutzung kolumbianischer Militärbasen durch die US-Armee blieb in der Abschlusserklärung aus. Das ist ein politischer Erfolg für die linksmoderaten Präsidenten aus Brasilien (Lula) und Argentinien (Fernández de Kirchner), denn an klaren und scharfen An- und Aussagen seitens der linken Präsidenten Chávez, Correa und Morales während des Treffens fehlte es nicht.
Dabei teilen Brasilien und Argentinien durchaus die Befürchtungen von Venezuela, Ecuador und Bolivien, dass die USA über Kolumbien ihre geopolitischen und geostrategischen Interessen auf dem Subkontinent vorantreiben. Dass es solche Pläne gibt, ist so offenkundig, dass Chávez aus frei zirkulierenden US-Strategiepapieren zitieren konnte.
Dennoch macht es Sinn, die Administration von Barack Obama diplomatisch aus der Reserve zu holen. Auch sie ist qua Funktion Exekutor US-amerikanischer Interessen und dennoch meilenweit von der unilateralen Bush-Politik entfernt. Diese Chancen gilt es auszuloten.
Aktuelle Ausgabe: 23.05.2012
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