Vor und nach Hartz

Sozialwissenschaftler fordern mehr Bildung für Beschäftigungslose

Verwerfungen, Ineffizienz und wachsende Widersprüche allerorten – die Reformen der Arbeitsmarktpolitik, die seit 2003 in Kraft traten und mit dem Namen Peter Hartz verbunden sind, betrachten Sozialwissenschaftler mit Skepsis. In Berlin stellten Forscher am Mittwochabend einen Sammelband vor, in dem sie die Entwicklung der letzten vierzig Jahre Beschäftigungspolitik rekapitulieren.

1969 war das »alte« Arbeitsförderungsgesetz noch einstimmig vom Bundestag verabschiedet worden. Frank Nullmeier vom Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen bewertet es als Bestandteil eines Gesamtkonzeptes, nach dem der Sozialstaat eher in seine Beschäftigten investierte als sie nur – wie heute – zu »aktivieren«. Das Gesetz von 1969 sei unter dem Motto »Bildung für alle« Teil der Bildungspolitik gewesen. Problematisch aus seiner Sicht war die Finanzierung aus Versicherungsbeiträgen und das Fehlen einer passenden organisatorischen Form. Schließlich sei das Gesetz vor allem ab 1990 dadurch entwertet worden, dass in den neuen Bundesländern ein Bildungsmarkt privater Träger entstand, die trotz schlechter Angebote gut verdienten. Nullmeier bewertete den vorliegenden Band als nüchterne wissenschaftliche Analyse der Hartz-Gesetze.

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