Udo Bartsch
19.09.2009
Kurzweil

Kinderbuch

Rettet die Schule!

Leonie, Flora und Johan haben Glück: Sie gehen auf eine alternative Waldschule, und ihrer Meinung nach ist sie die beste der Welt. Sie liegt mitten im Grünen, kommt ohne Lernstress aus und setzt auf die kreativen Potenziale der Kinder. Doch das Einzugsgebiet ist klein, und weil für die Minimalbesetzung der ersten Klasse nicht mehr genügend Schüler zusammenkommen, soll die traumhafte Lehranstalt jetzt geschlossen werden.

Das nehmen die drei Freunde natürlich nicht so einfach hin, sondern hecken einen Rettungsplan aus: Mit Süßigkeiten bestechen sie Fünfjährige aus dem Ort, damit diese während der Pfingstferien Rechnen und Schreiben lernen und aufgrund ihrer Frühbegabung sofort eingeschult werden können. Und tatsächlich interessiert sich der Dorfnachwuchs ganz außerordentlich für die ausgelobten Schokoriegel – nur leider längst nicht in vergleichbarem Maße für den Lernstoff. Mit viel Glück und über Umwege gelingt die Schulrettung am Ende trotzdem.

Wirklich unerwartet kommt dies nicht. In Döllings Roman mit selbstbewussten Kindercharakteren und liebevoll unterstützenden Eltern herrscht eine positiv-idyllische Grundstimmung. Obwohl soziale Probleme wie Alkoholismus und Verwahrlosung in der Handlung einen großen Stellenwert einnehmen, versackt die Geschichte niemals in Schwermut und liefert den Beweis, dass schöne Schmöker auch mit Alltagsthemen funktionieren.

Ein Wink an die Verlage: Es muss gar nicht immer Fantasy sein, um Kinder spannend zu unterhalten.

Beate Dölling, Sommerglück und Idiotenpech, Beltz & Gelberg, 172 Seiten, 12,95 Euro (ab 8 J.)

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