Brigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin
19.09.2009
Kurzweil

Kerzenschein im Staudenbeet

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Langsam klettert der Herbst auf die Leiter und malt Früchte und Blätter bunt. Im Staudenbeet gesellt sich dazu ein klares Weiß: Cimicifuga racemosa, die Septembersilberkerze (Foto: B. Müller), zündet ihr Licht an. An einem Stiel können locker zehn einzelne Flammen lodern. Da das nacheinander passiert, ist die Blütezeit lang. Und so lange kann man auch den intensiven Duft genießen. Wahrscheinlich ist der Nektar ebenso so süß, denn Silberkerzen sind immer umschwärmt von Insekten und Schmetterlingen.

Das Hahnenfußgewächs aus den Wäldern Nordamerikas und Ostasiens blüht je nach Sorte von Juli bis Oktober. Die kleinste, Cimicifuga acerina, wird nur 60 Zentimeter hoch, August- und Septembersilberkerzen dagegen leuchten in zwei Meter Höhe. Der Armleuchter, C. simplex, die zuletzt blühende Art, begnügt sich mit 140 Zentimetern. Nach der Blüte schmücken Fruchtstände die Staude den ganzen Winter und sollten erst im Frühjahr vor dem Neuaustrieb abgeschnitten werden. Dann ist auch die richtige Zeit, große Horste zu teilen, wozu ein scharfer Spaten nötig ist, weil der Wurzelstock stark verholzt. Wer nicht im eigenen Garten eine neue Kerze brennen lassen will, kann bestimmt Freunde damit beglücken.

Auch ohne Blüten sind Silberkerzen schon ein Schmuckstück im Garten durch ihre großen gefiederten Blätter; und sie begnügen sich nicht nur mit der Farbe grün, es gibt die Septembersilberkerze auch mit rotbraunem Laub. Sie möchten einen tiefgründigen und humosen Boden und sind es von ihrer Herkunft gewohnt, dass ihnen Teppichstauden zu Füßen liegen. Wenn sie gut mit Kompost versorgt und feucht gehalten werden, gedeihen sie allerdings auch ohne. Weiße, rosa oder tiefrote Japananemonen haben sie gern zur Seite und wir damit über Monate ein unermüdlich blühendes Fleckchen Erde im Halbschatten, das zudem ganz pflegeleicht ist. Auch Astilben, Farne, Glockenblumen und Eisenhut, nicht zuletzt Gräser sehen Silberkerzen gern in ihrer Nachbarschaft.