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Von Hermannus Pfeiffer
19.09.2009

Rechtsanwälte fahren auf Schiffe ab

Trotz Krise legen Fondsgesellschaften neue Schiffsbeteiligungen auf

Rechtsanwälte haben eine neue Einnahmequelle entdeckt: Investoren, die Geld in geschlossene Schiffsfonds angelegt und Verluste erlitten haben. Mancher versucht, sein Geld mit juristischer Hilfe wieder zurückzuerhalten. Derweil zieht die Flotte weiter.

Deutschlands Anlegern gehört die größte Flotte der Welt. Keine gute Nachricht in Zeiten einer weltweiten Wirtschafts- und Handelskrise. Doch Krise war gestern. Der Talboden scheint in den USA erreicht zu sein, Exportweltmeister China hofft für 2010 wieder auf zehn Prozent Wachstum und Brasilien lockt mit neuen Energiefunden im Meer. Auch wenn viele Experten solche Zeichen der Erholung für trügerisch halten, stimmen sie manchen Schiffsfinanzier wieder optimistischer.

Dazu zählt Lloyd Fonds. Seit 1995 hat das Hamburger Unternehmen hundert Fonds mit einem Investitionsvolumen von rund fünf Milliarden Euro initiiert. Nun bietet Lloyd einen Schiffsfonds mit Rettungsanker an. Bis Ende Oktober können Anleger in den geschlossenen Zweitmarktfonds »Best of Shipping« investieren. Bei Lloyd glaubt man an die Nachhaltigkeit der Schifffahrt: »Wir sind überzeugt, dass unsere Anleger von den Chancen der Markterholung und mittelfristig wieder steigenden Charterraten und Schiffskaufpreisen profitieren werden«, so Vorstandsvorsitzender Torsten Teichert. Geht der Fonds wieder erwarten doch unter, haben Anleger die Möglichkeit, ihr eingezahltes Kommanditkapital 2012 zurückerstattet zu bekommen.

Soweit der Rettungsanker, aber wie soll der Fonds Geld verdienen? Mit dem eingeworbenen Geld der Anleger will sich Lloyd an etwa hundert Schiffsfonds beteiligen: Tanker, Containerriesen und Massengutfrachter. Damit setzt man auf breite Diversifizierung. Schließlich sind nicht alle Frachtmärkte von der Krise gleich betroffen, so florieren etwa Kühlschiffe für Bananen und Ananas oder Autotransporter nach Afrika.

Der Fondsanbieter Nordcapital setzt stattdessen auf eine Nische. Offshore-Schiffe für die Versorgung der Bohr- und Förderplattformen seien »stark nachgefragt«. Bei Nordcapital erwartet man, dass die Energiequellen im Meer zunehmend sprudeln werden.

Auf einem dritten Kurs schippert HCI mit seinem »antizyklischen Schiffsfonds«. Der Einbruch im Welthandel hat nämlich nicht allein die Frachtraten runtergerissen, die für den Seetransport bezahlt werden, sondern auch die Preise für ganze Schiffe. HCI will für seine Kunden gebrauchte Seeschiffe »günstig« einkaufen.

Auch dieser Kurs ist von Untiefen bedroht. Die ersten Schiffe mussten schon vor geraumer Zeit Insolvenz anmelden, und auch für die Zukunft sehen Experten schwarz. »Man muss nicht Hellseher sein, um zu prophezeien, dass noch etliche folgen werden«, warnt das maritime Fachblatt »Hansa« vor zu viel Optimismus.

Derweil versuchen Anleger, ihre Verluste per Gericht ersetzt zu bekommen. Angeblich sind sie von ihrer Bank falsch darüber beraten worden, dass eine unternehmerische Beteiligung, wie sie ein Schiffsfonds darstellt, auch mit Verlust enden kann. Im schlimmsten Fall müssen solche Schiffseigner sogar Kapital nachschießen. So berichtet der Hamburger Anlegeranwalt Peter Hahn von zahlreichen Anlegern, die nicht mit ihren Verlusten untergehen wollen. Bis zu 100 der rund 1000 überwiegend soliden Schiffsbeteiligungen in Deutschland gelten mittlerweile als insolvenzgefährdet. An Kundschaft mangelt es geschäftstüchtigen Rechtsanwälten also nicht.

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