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Deutsche Bahn kauft sich reines Gewissen

Staatskonzern spendet nach langem Streit 150 000 Euro an den »Zug der Erinnerung«

Mit einer Spende von 150 000 Euro ist der Streit um den »Zug der Erinnerung«, der der Kinderdeportationen während des Zweiten Weltkrieges gedenkt, endgültig beigelegt. Wie die Zwangsarbeiter-Stiftung am Dienstag in Berlin mitteilte, erhält die entsprechende Bürgerinitiative diesen Betrag aus einer Spende der Deutschen Bahn von 175 000 Euro.
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Berlin (ND-Lambeck/Agenturen). Der Verein »Zug der Erinnerung«, der mit einem rollenden Museum an KZ-Transporte im Dritten Reich erinnert, erhält 150 000 Euro aus einer Spende der Deutschen Bahn. Das teilte die Zwangsarbeiterstiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« am Dienstag in Berlin mit, die die Spende an den »Zug der Erinnerung« weiterleiten soll. Zwischen Bahn und Ausstellungsmachern war es immer wieder zu Streitigkeiten gekommen, weil der Konzern dem Verein Strecken- und Bahnhofnutzungsgebühren berechnete. Wenn der Zug dann die jeweiligen DB-Bahnhöfe erreicht hatte, wurde er »gezielt von der Öffentlichkeit« abgeschirmt, wie der Trägerverein im April dieses Jahres beklagte. So ließ die Bahnhofsleitung in München die Hinweisschilder auf den »Zug der Erinnerung« entfernen. Trotz der Schikanen wurde die mobile Ausstellung ein voller Erfolg: Der Verein zählte mehr als 330 000 Besucher auf insgesamt 96 Bahnhöfen.

Für die Bahn wurde der Streit um den Museumszug zu einem Imagefiasko. Wohl auch deshalb wurde in Absprache mit den Bundestagsfraktionen und dem Bundesverkehrsministerium schließlich in einer Spende die Lösung gefunden. So könne man dem Verein die Gebühren zurückerstatten, betonte ein Sprecher der Bahn am Dienstag. Insgesamt 175 000 Euro hatte die Bahn im Juli an die Zwangsarbeiterstiftung gespendet. Nun habe man sich mit dem Verein über die Aufteilung verständigt, teilte die Zwangsarbeiterstiftung mit. Die restlichen 25 000 Euro der Bahn-Spende erhält die in Polen tätige Stiftung »Polnisch-Deutsche Aussöhnung«.

Mit dem Geld sollen unter anderem dringend benötigte Gehhilfen und Krankenfahrstühle für überlebende NS-Opfer angeschafft werden. Der Verein »Zug der Erinnerung« will das Geld nach eigenen Angaben für Recherchen sowie für weitere Zugfahrten zu Erinnerung an die KZ-Transporte verwenden. Außerdem sei die Spende für einen Hilfsfonds für die Deportationsopfer gedacht. »Hunderttausende Kinder und Jugendliche sind auf dem deutschen Schienennetz in die Vernichtung geschleust worden«, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Hans-Rüdiger Minow. Den wenigen Überlebenden müsse endlich Genugtuung widerfahren, forderte Minow.

Seit zwei Jahren ist der »Zug der Erinnerung« in Deutschland und Nachbarländern unterwegs. Am 7. Oktober soll er seine Fahrt fortsetzen.

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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