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10.11.2009

Gedenken an Mauerfall und Pogromopfer

Staatsempfang und »Fest der Freiheit« in Berlin / Köhler: Jüdische Opfer von 1938 nicht vergessen

Mit Staatsgästen aus aller Welt ist am Montag in Berlin der 20. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert worden. Bundespräsident Horst Köhler würdigte das Ereignis als Zeichen für eine »Epochenwende zu Freiheit und Demokratie«. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete den Tag des Mauerfalls nicht nur als Feiertag für die Deutschen, sondern für ganz Europa.

Berlin (Agenturen/ND). Die Feiern hatten am Morgen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Berliner Gethsemane-Kirche begonnen, bei dem auch an die NS-Pogrome 1938 erinnert wurde. Höhepunkt war am Abend das »Fest der Freiheit« am Brandenburger Tor. Zu den Feierlichkeiten waren viele internationale Gäste nach Berlin gekommen, darunter US-Außenministerin Hillary Clinton und die Präsidenten von Russland und Frankreich, Dmitri Medwedjew und Nicolas Sarkozy.

Köhler empfing die Staatsgäste in seinem Berliner Amtssitz. Dabei sagte der Bundespräsident, der Wandel, der auf den Mauerfall folgte, habe das Gesicht Europas verändert. Mit dem Ende des Kalten Krieges seien jedoch keineswegs alle Probleme gelöst worden. Vielmehr habe sich gezeigt, dass der Ost-West-Konflikt Menschheitsprobleme wie Armut und Hunger nur in den Hintergrund gedrängt habe. Köhler rief die europäischen Staaten auf, gemeinsam zur Lösung der Menschheitsaufgaben beizutragen.

Gemeinsam mit den ehemaligen Präsidenten Polens und der Sowjetunion, Lech Walesa und Michail Gorbatschow, überquerte Kanzlerin Merkel symbolisch den ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße. Sie bedankte sich bei Gorbatschow mit den Worten: »Sie haben mutig Dinge geschehen lassen. Das war mehr, als wir erwarten konnten.« Zum ehemaligen Vorsitzenden der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc, Lech Walesa, sagte Merkel: »Die kommunistische Herrschaft war deshalb so getroffen, weil die Bewegung aus der Arbeiterschaft kam.« Der Grenzübergang Bornholmer Straße wurde unter dem Druck der dort versammelten DDR-Bürger als erster in der Nacht des 9. Novembers 1989 geöffnet.

Mit einer Aktion am früheren Grenzübergang Checkpoint Charlie warb die Gewerkschaft ver.di für gleiche Bezahlung im Einzelhandel in Ost und West. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace entrollte nahe dem ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße ein Banner mit den Botschaften »1989 Mauerfall in Berlin, 2009 Klimawende in Kopenhagen!«.

Neben den Feiern zum Mauerfall fanden in ganz Deutschland Gedenkfeiern anlässlich des Jahrestages der NS-Pogrome vor 71 Jahren statt. Bundespräsident Horst Köhler erklärte in Berlin, an »diesem Tag der Freude« vergesse Deutschland nicht den 9. November 1938. Damals seien überall in Deutschland jüdische Bürger angegriffen, zu Hunderten getötet oder in den Selbstmord getrieben worden Der 9. November 1938 und der 9. November 1989 seien miteinander verbunden. Die Teilung habe 1989 auch deshalb überwunden werden können, »weil wir Deutsche die nötigen Lehren aus unserer Geschichte zwischen 1933 und 1945 gezogen haben«. Darum habe die Welt Deutschland 1989 vertraut. Darum hätten die Deutschen die Einheit in Freiheit wiedererlangt.

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, bedauerte, »dass in diesem Jahr das Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 von der Freude über 20 Jahre Mauerfall überlagert wird«. Natürlich dürften sich die Menschen freuen, dass der Mauerfall für die Ostdeutschen die langersehnte Freiheit gebracht habe. Aber auch der 9. November 1938 dürfe nicht in Vergessenheit geraten. In Zukunft müsse ein Weg gefunden werden, um beider Ereignisse in angemessener Form zu gedenken.

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