Paris (AFP/ND). Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat die von seiner Regierung eingeleitete Debatte über die »nationale Identität« gegen Kritik verteidigt. Die Diskussion sei notwendig für den Zusammenhalt und das Selbstverständnis des Landes, sagte Sarkozy im südfranzösischen La Chappelle-en-Vercors. Auf die Debatte zu verzichten sei »gefährlich«, weil dies »allen Extremisten das Feld überlassen würde«.
Frankreich sei »nicht nur eine Gemeinschaft von Interessen«, erklärte Sarkozy. Franzose zu sein oder zu werden, bedeute, »einer Form der Zivilisation anzugehören« und ihre Werte und Sitten anzunehmen.
Sarkozy bekräftigte dabei, dass die Ganzkörperverschleierung muslimischer Frauen durch die Burka in Frankreich abzulehnen sei. »In Frankreich gibt es keinen Platz für eine Unterwerfung der Frau, unter welchem Vorwand auch immer«, so der Staatschef. Die konservative Regierung hat ein Verbot der Burka nicht ausgeschlossen; ein Parlamentsausschuss prüft vor einer Entscheidung derzeit noch, wie verbreitet diese Verschleierungsform bei den rund fünf Millionen Muslimen in Frankreich überhaupt ist. Die Behörden sollen bis Ende Januar landesweit Veranstaltungen abhalten, bei denen mit den Bürgern über nationale Identität diskutiert wird.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
Preis: 11,95 €
Preis: 3,50 €
Werbung:
Werbung: