16.11.2009

Neben Rugby ins Rampenlicht

Nach 28 Jahren steht Neuseeland zum zweiten Mal in einer Endrunde

Neuseelands Fußballer haben zum zweiten Mal nach 1982 eine WM-Endrunde erreicht und den Volkssport Rugby vorerst von den Titelseiten verdrängt. Mit dem 1:0 (1:0)-Sieg am Samstag vor der Landesrekord-Kulisse von 35 000 Zuschauern im Westpac Stadium von Wellington gegen Bahrain machte die Mannschaft von Rick Herbert den Einzug perfekt. »Ich bin sprachlos«, meinte der Trainer, »es ist unglaublich. Wir sind zurück. Wir sind da, Südafrika!«

Zu verdanken hatte es der Coach, der vor 27 Jahren als Spieler in Spanien dabei war, vor allem zwei Akteuren: Torschütze Rory Fallon (45. Minute) und Mark Paston. Der Keeper parierte einen Foulelfmeter von Sayed Mohamed (51.). Mit einem 1:1 wären die Gäste aus Asien nach dem Hinspiel-0:0 in Manama erstmals zu einer WM-Endrunde gereist.

»Ich habe geahnt, welchen Weg der Ball nehmen könnte und dann hatte ich ihn in meinen Händen«, meinte der Torwart, der sich nach dem Schlusspfiff erstmal unter einem Haufen jubelnder Teamkollegen wiederfand: »Es ist wirklich ein bisschen surreal.« Zum zweiten Helden des Abends avancierte Torschütze Fallon, der nun im Image-Duell mit Rugby auf bessere Zeiten hofft. »Über dem Fußball hing in Neuseeland für viele Jahre eine dunkle Wolke«, meinte Fallon. »Ich liebe Rugby, aber manchmal sollten sie das Rampenlicht teilen.«

Fallons Verein Plymouth Argyle, der in Englands 2. Liga gegen den Abstieg kämpft, titelte auf der Homepage in Anlehnung an den Vornamen seines Angreifer: »Glory Fallon«. »Rory Fallon ist zum Nationalhelden geworden«, rühmte der Klub seinen Stürmer, der die »All Whites« per Kopfballtor als 24. Team zur Endrunde brachte. Laut »Sunday Star Times« bringt der Einzug in die Endrunde fünf Millionen Euro in die Kassen.

Ihre bisher einzige Teilnahme vor 27 Jahren war derweil nicht von Erfolg geprägt. 0:6 Punkte, 2:12 Tore nach Niederlagen gegen Schottland, Brasilien und die damalige Sowjetunion. In der Ozeanien-Gruppe der Qualifikation für Südafrika hatte sich Neuseeland gegen Neukaledonien, Vanuatu und Fidschi durchgesetzt. Bahrain war durch ein 0:0 und ein 2:2 gegen Saudi-Arabien in die Relegation eingezogen. dpa

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