19.11.2009

Gysi weist Ramelow zurecht

Berlin (AFP/ND). In der Linkspartei ist Streit über die Frage entbrannt, ob über eine Nachfolge für den an Krebs erkrankten Parteichef Oskar Lafontaine diskutiert werden sollte. Linksfraktionschef Gregor Gysi wies am Mittwoch vor Journalisten in Berlin Überlegungen des Thüringer LINKEN-Fraktionsvorsitzenden Bodo Ramelow zurück, die Partei müsse sich auf einen Wechsel an der Spitze vorbereiten. »Herr Ramelow kann ja über alles nachdenken«, sagte Gysi. »Aber das ist eine Frage, die mich im Augenblick ehrlich gesagt nicht sonderlich bewegt.«

Ramelow hatte zuvor der »Leipziger Volkszeitung« gesagt, die LINKE müsse sich unabhängig von Lafontaines Erkrankung auf die Zeit nach ihm als Parteivorsitzenden vorbereiten. »Es muss sowieso ohne Lafontaine gehen«, sagte er. Das habe nichts mit seiner Krebsoperation zu tun. »Bei einem Lebensalter von 66 Richtung 67 bei Lafontaine muss man sich als Partei auf den Wechsel vorbereiten.«

Gysi zeigte sich zuversichtlich, dass Lafontaine nach der am heutigen Donnerstag geplanten Operation bald genesen und in der Politik bleiben werde. »Ich bin optimistisch, dass er es gut übersteht«, sagte der Fraktionschef. Er gehe davon aus, dass Lafontaine sich Anfang des Jahres dafür entscheiden werde, in der Bundespolitik aktiv zu bleiben.

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