Knapp drei Wochen vor Beginn der Weltklimakonferenz in Kopenhagen trafen sich Umweltminister aus 40 Industrie- und Schwellenländern in der dänischen Hauptstadt. Themen der zweitägigen Beratungen, die am Dienstag zu Ende gingen, waren die Reduzierung des CO2-Ausstoßes der Industrieländer sowie Soforthilfen für arme Staaten. Hier gibt es aber noch immer keine verbindlichen Zusagen.
»Der Geist der Vorbereitungskonferenz war äußerst engagiert«, gab sich Connie Hedegaard, Dänemarks Klimaministerin und Chefunterhändlerin, dennoch optimistisch. »Ich habe das Gefühl, dass alle Versammelten dafür arbeiten, dass Kopenhagen ein Erfolg sein muss.« Es gehe nicht um ein halbes Abkommen, man arbeite aber weiter an Bausteinen. Industrie- und Entwicklungsländer hätten nach konstruktiven Diskussionen ihre Positionen angenähert.
Die dänischen Gastgeber sind inzwischen davon abgekommen, eine bindende Vereinbarung in Kopenhagen anzustreben. Insbesondere Umweltverbände und Vertreter von besonders von Klimaänderungen bedrohten Ländern befürchten dadurch eine halbherzige Absprache, mit der letztlich niemand zufrieden sein wird. Hedegaard verteidigte die Strategie damit, dass es besser sei, Verhandlungen auf das Mögliche und Erreichbare zu konzentrieren statt auf juristische Details eines Vertrages. Diese könnten auch auf der Folgekonferenz Ende 2010 in Mexiko vereinbart und unterschrieben werden.
Zweifel an den Ambitionen waren aufgetreten, nachdem US-Präsident Barack Obama und Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen auf dem APEC-Treffen kürzlich die Erwartungen herunterschraubten. Rasmussen hatte erklärt, es gehe nur noch um eine politische Willenserklärung.
Indes zeigen immer mehr Staaten, dass es ihnen ernst ist. So schließt sich Russland dem EU-Ziel von 20 Prozent weniger Treibhausgasen bis 2020 gegenüber 1990 an und will auf 25 Prozent gehen, wenn andere maßgebliche Länder mitziehen. Dies kündigte der russische Präsident Dmitri Medwedjew am Mittwoch an.
Aktuelle Ausgabe: 24.05.2012
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