Maria Schöne
Foto: Dagobert Kohlmeyer
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Schachspieler wirken extrem kopfgesteuert. Ist das ein Grund, dass sie im zwischenmenschlichen Bereich manchmal gehemmt bis kontaktgestört wirken?
Wieso sollten Schachspieler kopfgesteuert sein? Nur weil sie während der Partie Unmengen von Varianten berechnen, heißt das nicht, dass sie auch in allen anderen Lebensbereichen so rational vorgehen. Ich kenne viele Schachspieler, die »normal« eine Familie gegründet haben. Leute, denen das schwer fällt, gibt es in jeder anderen Sportart auch.
Emanuel Lasker, der bisher einzige deutsche Weltmeister, hat gesagt, dass auch Psychologie über eine Schachpartie entscheidet …
Dem stimme ich zu. Um kreative Ideen am Brett zu finden und verzweigte Varianten sauber durchrechnen zu können, darf man sich von nichts ablenken lassen, während man am Brett sitzt. Sprich: man muss gute Nerven haben.
Manche Züge sind gut, andere schlecht, das ist mathematisch berechenbar. Wie soll da die Psychologie zusätzlich eine Rolle spielen?
Wenn ein Zug objektiv betrachtet schlecht ist, muss der Gegner erst mal die Widerlegung finden. Wenn dem Gegner aber der Charakter der Stellung nicht liegt, fällt ihm das umso schwerer. Deswegen ist es psychologisch schlau, eine Variante zu spielen, die der Gegner nicht leiden kann.
In der Schachbundesliga spielen Sie für Erfurt. Wie ist Ihr Start in die neue Saison gelaufen?
Punktemäßig war der Start für mich persönlich nicht gut. Ich habe bis jetzt null Punkte aus vier Runden. In Sachen Erfahrung war er dafür umso besser, weil ich sehr viel gelernt habe. Ich hoffe aber, dass ich noch den einen oder anderen Punkt für mein Team beisteuern kann. Auf alle Fälle ist es eine große Ehre, in der 1. Männer-Bundesliga spielen zu dürfen, und ich freue mich, diese Chance bekommen zu haben.
Gibt es Anlass zur Selbstkritik?
Tja, ich war zu schlecht. Ich muss mehr trainieren.
Wie schätzen Sie Ihre Chancen bei der ND-Gala ein?
Durchwachsen. Mein Ziel ist es, qualitativ hochwertige und interessante Partien zu spielen. Und wenn mir das gelingt, bin ich auch mit dem Ergebnis zufrieden.
Spitzenschach bei ND – lassen Sie sich das nicht entgehen: Kommen Sie zur 4. ND-Damenschachgala am Donnerstag im Verlagssitz von Neues Deutschland! Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Eintritt frei. Um 15.30 Uhr geht es los. Schauen Sie den Klasse-Spielerinnen beim Blitzturnier zu:
Anna Musitschuk, 19, Slowenien: Internationale Meisterin, Frauen-Großmeisterin, Platz 6 in der Welt, ND-Gala-Siegerin 2008, (ELO-Zahl: 2532).
Anna Scharewitsch, 23, Belarus, Frauen-GM, Platz 5 national, Platz 303 in der Welt, (ELO: 2252).
Maria Schöne, 22, Magdeburg/Erfurt, Internationale Meisterin, Platz 11 national, Platz 272 in der Welt, (ELO: 2265).
Elisabeth Pähtz, 24, Berlin, Internationale Meisterin, Frauen-Großmeisterin, Platz 1 national, Platz 23 in der Welt, ND-Schachgala-Siegerin 2006 und 2007, (ELO-Zahl: 2480).
Die Damen blitzen in der Vorrunde jede gegen jede. Die Finals beginnen gegen 19 Uhr. Kommentieren wird der deutsche Meister Arik Braun, für ein Imbissangebot ist gesorgt.
Als besonderes Schmeckerchen treten die Gewinner unserer Matt-Aufgaben (Auflösung unten) als Blitz-Gegner der Schach-Damen an: Herbert Mayer 10119 Berlin, Karl-Heinz Ziebarth 10179 Berlin, Andreas Gude 10447 Berlin und Helmut Pöltelt aus 16356 Ahrensfelde. Die Gala-Gäste können gegen Schachkinder der Vereine SV Empor und SG Narva blitzen.
Viel Spaß bei der Gala wünscht
Ihr Sport/Service-Ressort
Schwer: Matt in 6. R. Matthews, 1952.
Lösung: 1.Lh3 d5 [1...g6 2.Lxb6 d5 3.Td4 Kxf2 4.Txd5+ Ke1 5.Ld4 Kxd2 6.Lf2] 2.Txd5 g6 3.Ld4 Kxd2 4.Lxb6+ Ke1 5.Td4 Kxf2 6.Tdxd1 1-0
Matt in 3. A. Volkmann, 1957.
Lösung: 1.f4 Sbxc3 [1...Tc4 2.Te5+ fxe5 3.Ld5; 1...Td5 2.Sg3+ hxg3 3.e4; 1...Lg8 2.Txg8 Sxd6 3.Sxd6] 2.Lc4 Dxc4 [2...Sxe4 3.Le6] 3.Txf6 1-0
Einfach: Matt in 3, G. Kaiser 1954.
Lösung: 1.Db7 Lg7 [1...Kh8 2.Dh1+ Lh2 3.Dxh2] 2.Dxc7 g3 3.Dxg7 1-0
Matt-Aufgaben vom 11.11.09
Schuldig: Jan Ullrich dopte Der Sportgerichtshof CAS verurteilt den einstigen Radprofi nachträglich
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