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Von Fabian Lambeck 25.11.2009 / Kommentar
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Traurig, aber wahr

Während sich deutsche Feriengäste an der Ägäis vergnügen, sitzen unweit der Touristenzentren Tausende Flüchtlinge in griechischen Auffanglagern fest. Gerade erst Armut und Krieg entkommen, sperrt man sie entweder weg oder überlässt sie ihrem Schicksal. Es gibt in Griechenland kein Asylsystem, das diesen Namen verdienen würde. Selbst das Bundesverfassungsgericht musste feststellen, dass die dortigen Behörden mit der Versorgung von Flüchtlingen »erheblich« überfordert sind. Trotz unzähliger gerichtlich verfügter Abschiebstopps schicken deutsche Behörden die ungebetenen Gäste weiterhin zurück nach Griechenland. In diesem Jahr erreicht diese Abschiebepraxis einen neuen, traurigen Rekord. Dabei sind die aus Griechenland geflohenen Asylbewerber nur das sichtbarste Zeichen der gescheiterten europäischen Flüchtlingspolitik, die einseitig auf Abwehr der Hungerleider setzt. Die reichen EU-Staaten im Norden, die eigentlich das Ziel der Verzweifelten aus aller Welt sind, stehlen sich aus ihrer Verantwortung. So tragen Länder wie Griechenland oder Malta die größte Last des Ansturms auf die Festung Europa.

Doch anstatt nun eine solidarische EU-Flüchtlingspolitik voranzutreiben, schickt Deutschland Hubschrauber und Bundesgrenzschutzbeamte an die südlichen Außengrenzen. So hofft man, die Flüchtlinge noch auf dem Meer »abzuwehren«. Möglichst diskret und weit genug vor der Küste, damit deutsche Touristen in Griechenland das Elend nicht zu Gesicht bekommen. Sollte es trotzdem ein Flüchtling nach Deutschland schaffen, wird er halt abgeschoben. Traurig, aber leider wahr.

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