03.12.2009

Israel wird Hamas Angebot machen

Deutscher Vermittler soll Liste übergeben

Im Bemühen um Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit soll nach Angaben aus Verhandlungskreisen ein deutscher Vermittler ein israelisches Verhandlungsangebot für einen Gefangenenaustausch übergeben.

Kairo (AFP/ND). Der deutsche Vermittler werde der Palästinenserorganisation Hamas bei einem Besuch im Gaza-Streifen eine Liste mit Namen von palästinensischen Häftlingen zukommen lassen, die im Austausch mit dem vor mehr als drei Jahren gefangen genommenen Schalit freigelassen werden könnten, sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Palästinenser, der nicht namentlich genannt werden wollte, in Kairo.

Zum Zeitpunkt der Übergabe machte der Palästinenservertreter keine Angaben. Israelischen Medienberichten zufolge ist die israelische Regierung bereit, für Schalits Freilassung 980 palästinensische Gefangene aus der Haft zu entlassen. 450 Häftlinge soll die Hamas demnach selbst auswählen, die übrigen 530 Palästinenser bestimme Israel.

Der palästinensische Vertreter sagte, derzeit herrsche Uneinigkeit über die Freilassung von 70 Häftlingen, darunter der in den eigenen Reihen populäre Palästinenserführer Marwan Barghuti, der zur Führung der im Westjordanland regierenden Fatah gehört. Umstritten sei auch die Freilassung von Ahmed Saadat, der einen israelischen Minister getötet hat, sowie des Hamas-Kämpfers Abdallah Barghuti, der wegen Anschlägen in 67 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.

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